Wie Kinder den Umgang mit Geld lernen

Erfahren Sie in diesem Artikel wie Kinder den Umgang mit Geld lernen können und wie Sie als Eltern Ihre Kinder dabei unterstützen können.

Der Umgang mit Geld will erlernt sein - So fangen bereits Kinder damit an

Mädchen schaut auf ihr Sparschwein
So lernen Kinder den Umgang mit Geld
Foto: © Africa Studio

Während manche Menschen immer den Überblick über ihren Geldbeutel und ihre Konten haben, fällt es anderen schwer, mit ihren Finanzen hauszuhalten. Häufig liegt das daran, dass diese Menschen in ihrer Kindheit und Jugend nicht gelernt haben, welche Bedeutung Geld hat und welche Prioritäten man spätestens dann setzen muss, wenn man in einer eigenen Wohnung lebt. Aus diesem Grund ist es wichtig, Kindern bereits frühzeitig den Umgang mit dem Geld und den Wert der unterschiedlichsten Dinge beizubringen.

Ab welchem Lebensalter beginnt der Umgang mit dem Geld?

In den ersten Lebensjahren wird sich noch kein Kind für das Geld als Tauschmittel interessieren. Lediglich die funkelnden und klappernden Münzen und die raschelnden Geldscheine werden ihr Interesse so wie anderes Spielzeug hervorrufen. Kinder sind jedoch sehr aufmerksam und dürfen sie häufig mit zum Einkaufen und in Restaurants oder stehen sie mit an der Kasse vom Kino, vom Tierpark oder vom Indoor-Spielplatz, begreifen sie schon bald, dass die Eltern die Süßigkeiten, das Spielzeug, die Kleidung, die Eintrittskarten oder das Essen im Tausch gegen das Geld aus ihrem Geldbeutel erhalten.

Manche Kinder zeigen daran schon als Zweijährige Interesse, andere sind etwas später dran. Es wird nicht lange dauern, bis die mit dem Einkaufen vertrauten Kinder selbst Geld auf den Ladentisch legen möchten. Das ist die erste Chance für Eltern, ihr Kind spielerisch mit der Bezahlung von Waren vertraut zu machen. Welchen Wert bestimmte Dinge haben, erlernt das Kind am besten in der Wiederholung, zum Beispiel wenn es das tägliche Eis im Sommer in der Eisdiele oder das Kinoticket jedes Mal selbst bezahlen darf. Am Anfang werden die Eltern dem Kind das Geld vermutlich abgezählt geben, nach einiger Zeit lernt das Kind aber auch mit dem Wechselgeld umzugehen.
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Die Eltern sind wichtige Vorbilder

Viele Kinder gehen heutzutage in den Kindergarten und werden dort durch die Erzieherinnen oder im Spiel mit anderen Kindern manches über den Umgang mit Geld erlernen, zum Beispiel beim Spielen mit dem Kaufmannsladen. Dennoch sollten sich Eltern nicht aus der Verantwortung stehlen, denn ihr Vorbild ist es schließlich, das die Kinder in großem Maße prägt. Dass die Lebensmittel und Süßigkeiten nicht auf den Bäumen wachsen, hat das Kind im Kindergartenalter bereits erkannt, aber irgendwann kommt die Frage auf, woher das Geld dafür denn eigentlich kommt. Dann sollte man sein Kind nicht in dem Glauben lassen, dass einfach immer Geld im Portemonnaie ist oder Geldscheine jederzeit aus einem Automaten gezogen werden können. Dass die Eltern ihr Geld in der Regel durch ihre Arbeit erhalten, ist kein Geheimnis und sollte daher auch dem Kind vermittelt werden.

Den Wert von Dingen selbst kennenlernen

Bereits im Vorschulalter haben Kinder so viel über den Zusammenhang zwischen Geld und Waren oder Dienstleistungen erhalten, dass sie sich oftmals wünschen, ihr eigenes Geld zu haben. Mit einer festen Summe lernen sie, das Geld einzuteilen beziehungsweise nur für Dinge auszugeben, die ihnen wirklich wichtig sind. Pädagogen empfehlen, ungefähr im Alter von fünf bis sechs Jahren mit der Auszahlung von einem Euro Taschengeld in der Woche zu beginnen. Mit zunehmendem Alter wird die Summe erhöht und bei größeren Kindern ab circa zehn Jahren nur noch monatlich ausgezahlt. Über die Höhe des Taschengeldes gibt es unterschiedliche Meinungen, letztendlich hängt es aber vom Einkommen der Eltern ab, wieviel sie dem Kind geben können. Auch eine Orientierung an den Beträgen, die die Schulfreunde erhalten, kann sinnvoll sein. Das Taschengeld sollte dem Kind ausschließlich für eigene Wünsche zur Verfügung stehen. Der Kauf von Schulmaterialien oder benötigter Kleidung wird sicher nicht auf der Wunschliste stehen. Damit das Kind den Umgang mit seinem Taschengeld erlernen kann, ist es ratsam, dieses regelmäßig und pünktlich zu zahlen. Außerdem sollten Eltern hart bleiben, wenn das Geld schon vor der nächsten Auszahlung alle ist.
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Das erste eigene Konto

Der bargeldlose Zahlungsverkehr spielt eine immer größere Rolle und daher sollten Kinder nicht nur mit Bargeld, sondern frühzeitig auch mit Giro- oder Sparkonten bekannt gemacht werden. Viele Banken bieten Schülerkonten an, die bereits ab einem Alter von sieben Jahren eröffnet werden können. Hierauf können beispielsweise die Großeltern ein Geldgeschenk oder die Eltern das Taschengeld zahlen. Wirklich interessant wird ein eigenes Konto allerdings erst ab dem 14. Lebensjahr. Erst dann geben die meisten Banken nämlich eine Girocard aus, mit der das Kind selbst Geld abheben kann. Da das Überziehen hierbei normalerweise nicht möglich ist, gehen Kinder und Eltern hier kein Risiko ein. Erhält das Kind häufiger Geld von Verwandten zu Geburtstagen oder Feiertagen, lohnt sich eventuell die Eröffnung eines Tagesgeldkontos, da auf diesem ein Guthaben verzinst wird.

Den Umgang mit Geld lernen ist also gar nicht so schwer, wenn die Eltern ihre Kinder dabei frühzeitig unterstützen und fördern.
Text: H. J. / Stand: 17.09.2018

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