Nachrichten aus dem Einzelhandel

Aktuelle Nachrichten aus dem Einzelhandel
Aktuelle Nachrichten aus dem Einzelhandel - Bild: © Zerbor - stock.adobe.com

Aktuelle Meldungen rund um Einkaufscenter, Handelsketten, Filialnetze und Verbraucherthemen. Wir verfolgen Neueröffnungen, Schließungen, Öffnungszeiten und Trends im stationären Einzelhandel - mit Quellenangabe und Einordnung statt Pressemitteilungs-Recycling.

Aktuelle Meldungen aus dem deutschen Einzelhandel

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Kurznews - Weitere Nachrichten aus dem Einzelhandel

Kurze Meldungen aus Verbänden, Handelsketten und einzelnen Unternehmen - kompakt zusammengefasst. Außerdem Studien, Statistiken und Meldungen aus der Wirtschaftspolitik.

  • Verkaufsoffene Sonntage: Handelsverband und DGB liegen über Kreuz:
    Ob Geschäfte künftig öfter sonntags öffnen dürfen, sorgt für Streit. Der Einzelhandel pocht auf mehr Freiheit und verweist auf sinkende Umsätze und die Konkurrenz asiatischer Online-Plattformen; Handelsvertreter wollen den Sonntag ins Ermessen von Kaufleuten und Kunden stellen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt sich klar dagegen: DGB-NRW-Vorsitzender Thorben Albrecht betont, viele Beschäftigte im Handel arbeiteten ohnehin schon sechs Tage die Woche, und der freie Sonntag sei für Erholung, Familie und Gesellschaft unverzichtbar. Eine Entscheidung steht noch aus.
  • Mäc Geiz meldet Insolvenz an - 183 Filialen auf dem Prüfstand:
    Der Haushaltswaren-Discounter Mäc Geiz hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet; das Amtsgericht Halle (Saale) stimmte zu. Betroffen sind 183 Filialen mit rund 1.175 Beschäftigten, vor allem in Ostdeutschland. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter, die Löhne sind über das Insolvenzgeld abgesichert. Mäc Geiz gehört seit Februar 2026 zur Kodi-Gruppe, die auf eine wirtschaftliche Stabilisierung gesetzt hatte.
  • Tarifstreit im Handel: ver.di weitet die Streiks aus:
    In der laufenden Tarifrunde für die rund 5,2 Millionen Beschäftigten im Einzel-, Groß- und Außenhandel hat die Gewerkschaft ver.di die Warnstreiks ausgeweitet. Gefordert werden 7 Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit sowie ein tarifliches Mindestentgelt von 14,90 Euro je Stunde. Mitte Juni legten Beschäftigte in mehr als der Hälfte der deutschen IKEA-Häuser die Arbeit nieder. Die Arbeitgeber bieten bislang eine sechsmonatige Nullrunde und danach nur moderate Erhöhungen bei deutlich längerer Laufzeit.
  • Hellweg in der Insolvenz - 68 Baumärkte betroffen:
    Der Dortmunder Baumarktbetreiber Hellweg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet; das Amtsgericht Essen gab dem Antrag statt. Betroffen sind bundesweit 68 Märkte mit rund 2.900 Beschäftigten, die Schwerpunkte liegen im Rhein-Ruhr-Gebiet und in Berlin. Verkauf und Online-Shop laufen vorerst normal weiter, die Löhne sichert für drei Monate das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit. Am selben Tag meldeten auch die BayWa Bau- und Gartenmärkte Insolvenz an - zusammen sind mehr als 4.300 Arbeitsplätze betroffen.
  • Verkaufsoffener Sonntag in ganz Berlin am 21. Juni 2026:
    Zum Musikfest Fête de la Musique dürfen die Berliner Geschäfte am Sonntag, den 21. Juni 2026, stadtweit öffnen. Es beteiligen sich viele Einkaufszentren, Warenhäuser und Möbelhäuser - zum Beispiel die Spandau Arcaden, das KaDeWe und Porta. Da in der ganzen Stadt Live-Musik gespielt wird, lässt sich der Einkaufsbummel an diesem Tag wunderbar mit einem Konzert unter freiem Himmel verbinden.
  • Trübe Konsumstimmung: Handel hofft auf Extra-Umsätze durch die Fußball-WM:
    Das schwache Konsumklima macht dem deutschen Einzelhandel weiter zu schaffen. Ein Lichtblick für manche Händler ist die anstehende Fußball-WM: Sie hoffen, dass die Verbraucher rund um die Spiele verstärkt zu Fanartikeln, Partyzubehör, Knabbereien wie Chips und Süßigkeiten greifen und so wenigstens vorübergehend für vollere Einkaufswagen sorgen.
  • 200 Millionen Euro Bußgeld gegen Temu - Handel fordert mehr:
    Die EU-Kommission hat gegen die chinesische Online-Plattform Temu ein Bußgeld von 200 Millionen Euro verhängt. Der Vorwurf: Verstoß gegen zahlreiche EU-Regeln sowie der Vertrieb unsicherer und teils gesundheitsgefährdender Produkte. Der Handelsverband Deutschland (HDE) wertet die Strafe als wichtiges Signal, dringt aber auf mehr. Stellvertretender Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp warnt, ohne spürbare Konsequenzen profitierten die Fernost-Anbieter weiter von unfairem Wettbewerb. Der HDE fordert, jeden Verstoß konsequent zu ahnden und den geplanten EU-weiten Customs Data Hub deutlich vor 2028 einzuführen, damit Importeure ihre Zolldaten zentral melden müssen.
  • Woolworth gegen den Trend: 1.000. Filiale in Europa eröffnet:
    Während viele Händler Standorte abbauen, wächst der Non-Food-Discounter Woolworth kräftig weiter. In Essen eröffnete die Kette ihre 1.000. Filiale in Europa, in Deutschland sind es inzwischen rund 850 Geschäfte. Allein 2026 sollen hierzulande etwa 100 weitere Standorte hinzukommen - das Unternehmen sieht Platz für mehr als 1.500 Filialen in Deutschland und peilt europaweit sogar 5.000 an. Der Umsatz liegt mittlerweile deutlich über einer Milliarde Euro.
  • HDE-Prognose: 2026 verschwinden rund 4.900 Geschäfte:
    Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet für 2026 mit einem Rückgang auf etwa 296.600 Einzelhandelsgeschäfte - ein Minus von rund 4.900 Standorten gegenüber dem Vorjahr, Neueröffnungen bereits eingerechnet. Vor zehn Jahren gab es noch knapp 367.000 Geschäfte. Vor allem die Innenstädte leiden unter dem wachsenden Leerstand. HDE-Präsident Alexander von Preen warnt vor Kipppunkten in immer mehr Zentren und fordert bessere steuerliche Anreize für private Investitionen in die Wiederbelebung der Innenstädte.