Kind erklären, dass ich ihm nicht alle Wünsche erfüllen kann

Erfahren Sie in diesem Artikel wie man einem Kind erklären kann, dass man ihm nicht alle Wünsche erfüllen kann. Einige Tipps für Eltern:

Wie kann ich meinem Kind erklären, dass ich ihm nicht alle Wünsche erfüllen kann?

Mädchen im spielwarengeschäft
Nicht immer kann man einem Kind alle Wünsche erfüllen
Foto: © Joshhh

Spielzeug, Markenkleidung, Fanartikel. Die Werbung hat Kinder als Konsumenten entdeckt. Spezielle Angebote zielen auch bei hochpreisigen Artikeln wie Smartphones, TV-Geräten und Konsolen auf den Nachwuchs ab. Das weckt Begehrlichkeiten. Aber es ist weder möglich noch sinnvoll, Kindern jeden Wunsch zu erfüllen. Die Lösung: Sprechen Sie offen über das Thema Geld.

Jüngere Kinder verstehen noch nicht, dass Geld mit Arbeit verdient werden muss. Neugier und Wissbegier führen dazu, dass sie alles haben wollen, was sie sehen. Einen verantwortungsvollen Umgang mit Konsum lernen sie in der Regel von den Eltern.

Taschengeld: Ausgaben eigenständig tätigen

Es ist sinnvoll, Ihrem Kind spätestens zum Schuleintritt ein altersgerechtes Taschengeld auszuzahlen. Das hilft, den Umgang mit Geld zu erlernen. Das Kind erkennt, dass es nur eine begrenzte Menge Dinge kaufen kann. Waren haben unterschiedliche Preise. Das bedeutet Entscheidungen: Lieber die Sticker oder den Schokoriegel? Die Actionfigur oder das Plüschtier? Dadurch konsumiert es bewusster.
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Erklären Sie, dass es Ihnen genauso geht. Sie müssen ebenfalls sorgfältig abwägen, wofür das Geld ausgegeben wird. Ist Ihr Gehalt aufgebraucht, steht kein Geld mehr für Lebensmittel, Strom und Benzin zur Verfügung. Es muss aber den gesamten Monat reichen. Darum können Sie nicht ständig Spielzeug kaufen.

Klare Regeln aufstellen und konsequent einhalten

Prinzipiell sollten Kinder ihr Taschengeld ausgeben dürfen, wofür sie wollen. Trotzdem müssen Sie nicht dulden, dass Ihr Kind davon sinnlose Dinge wie Spielzeugwaffen oder Killerspiele kauft. Lehnen Sie diese Produkte ab, erklären Sie, warum Kriegsspielzeug nicht ins Kinderzimmer gehört. Stellen Sie Regeln auf was Ihr Kind vom Taschengeld kaufen darf.

Einnahmen und Ausgaben erläutern

Mit dem Alter steigen die Konsumwünsche. Zeigen Sie Ihrem Kind in Ruhe, wie viel Geld Ihnen im Monat zur Verfügung steht und wofür es ausgegeben wird. Vielleicht führen Sie ein Haushaltsbuch, sodass Sie Ihrem Kind konkrete Zahlen vorlegen können. Wichtig ist zu vermitteln, dass alles Geld kostet: die Wohnung, das Auto, das Essen, die Krankenversicherung. Das Kind sollte erfahren, dass es durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit zu einer Veränderung der finanziellen Situation kommen könnte und dass Sparsamkeit und Vorsorge wichtig sind.

Konsumwünsche hinterfragen

Jugendliche nutzen häufig Markenprodukte zur Selbstdarstellung. Nicht jeder Konsumartikel entspricht einem Herzenswunsch. Teilweise geht es darum, Gleichaltrige zu beeindrucken und mithalten zu können. Hinterfragen Sie die Konsumwünsche Ihres Kindes. Warum muss es dieses Plüschtier, PC-Game oder Smartphone sein? Wodurch ist das Kind auf den gewünschten Artikel aufmerksam geworden? Durch das Gespräch setzt sich ihr Kind mit seinem Kaufverhalten auseinander. Spielt das Kind wirklich lange mit dem ersehnten Gegenstand? Oder wandert das Spielzeug nach ein paar Spielstunden zu anderen ungenutzten Dingen? Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Frage: "Warum würde dich der Besitz glücklich machen?"

Einen großen Wunsch erfüllen

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie seine Wünsche verstehen. Schließlich haben auch Erwachsene Träume. Machen Sie ihm bewusst, dass Sparen eine Möglichkeit ist, größere Anschaffungen zu tätigen. Dafür muss auf kleinere Dinge verzichtet werden. So lernt das Kind, die sofortige Befriedigung seiner Wünsche zurückzustellen.

Kein Geld für Haushaltstätigkeiten bezahlen

Wer für das Müll rausbringen, Staubsaugen und Aufräumen Geld anbietet, hat bald einen Teenager zu Hause, der ohne Bezahlung nichts mehr übernimmt. Ist Ihr Kind alt genug, kann es Geld durch Schülerjobs (Zeitung austragen, Babysitting, Aushilfstätigkeit im Supermarkt oder Café) verdienen. Voraussetzung: Die schulische Leistung leidet nicht darunter. Selbst erwirtschaftetes Geld wird überlegter investiert als das Geld von Eltern oder Großeltern.
Text: M. H. / Stand: 11.12.2017

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