Kind hat Wutanfall im Geschäft

In diesem Artikel erklären wir wie Eltern reagieren sollten, wenn das Kind einen Wutanfall im Geschäft bekommt.

Wutanfall im Geschäft - Wie reagieren Eltern richtig?

Mädchen hat einen Wutanfall im Geschäft
Was tun bei einem Wutanfall im Geschäft?
Foto: © Monkey Business

Eigentlich sollte der Einkauf schnell und unkompliziert vonstatten gehen. Dann jedoch entdeckt das eigene Kind im Regal eine Sache, die es unbedingt haben will. Folgt auf die erste Bitte das elterliche "Nein", ist der Weg frei für den ungeplanten Ausnahmezustand. Wütendes Aufstampfen, ein beherzter Wurf zu Boden oder auch lautes Schreien und Weinen sind die Folge. Bei einem Wutanfall im Geschäft wissen Eltern oft nicht, was sie tun sollen.

Entspannte Eltern reagieren besonnener

Wer das eigene Kind im Geschäft beim Toben und Schreien beobachten, fragt sich gelegentlich: "Ist das eigentlich normal?" Zum großen Glück für viele Eltern kann diese Frage bejaht werden. Wutausbrüche bei Kindern sind in einem Alter zwischen eineinhalb und drei Jahren ein Teil der gewöhnlichen Persönlichkeitsentwicklung. Hier üben sich die Kleinsten darin, ihre eigene Kontrollfähigkeit und Eigenständigkeit auszutesten und reagieren äußerst empfindlich auf das Setzen von Grenzen.

Wird ein Wunsch im Geschäft dann nicht erfüllt, lässt das Gefühle wie Wut, Trauer und Verzweiflung auf den Plan treten. Das Gefühl der Eigenständigkeit ist dann in Gefahr, denn Mama oder Papa schieben dem Bedürfnis einen Riegel vor. Um sich doch noch durchzusetzen, ziehen viele Kinder dann alle Register und brechen teilweise "vulkanartig" aus. Wissen Eltern jedoch, dass dieses Verhalten zunächst nicht bedenklich ist, können sie bedachter reagieren und die Situation gekonnt entschärfen.
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Wunscherfüllung? Auf keinen Fall!

Ist das eigene Kind in einem Wutanfall gefangen und werden Weinen und Schreien immer lauter, denken viele Eltern (verständlicherweise) darüber nach, den Wunsch doch lieber zu erfüllen. Auf diese Weise verraucht die kindliche Wut binnen Sekunden und es herrscht wieder Harmonie.

Das allerdings ist ein gefährlicher Trugschluss. Geben Eltern dem Wutausbruch nämlich nach, zeigen sie ihrem Kind damit, dass dieses Verhalten zum Erfolg führt. Die logische Konsequenz: Weitere Wutausbrüche in der Zukunft. Oft noch heftiger und häufiger als bisher.

Es ist vollkommen in Ordnung, dem eigenen Kind ein gewisses Verständnis zu signalisieren. Sagen Eltern: "Ich kann verstehen, dass du jetzt ganz schön wütend bist, aber das kaufen wir jetzt trotzdem nicht" fühlt sich das Kind nicht mit seinem Gefühl alleine gelassen und kann sich unter Umständen leichter beruhigen.
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Konsequent bleiben und im Zweifel die Situation verlassen

Steht das "Nein" also erst einmal im Raum, sollten Eltern unbedingt dabei bleiben. Auch wenn es nicht so wirkt: Elterliche Konsequenz ist wichtig für die kindliche Entwicklung und kann den Kleinsten sogar ein gewisses Gefühl von Sicherheit geben. Eltern, die als "Sparrings-Partner" dafür sorgen, dass sie einmal gesetzte Grenzen konsequent einhalten, erweisen sich ihrem Kind gegenüber als verlässlicher.

Im ersten Moment jedoch ist dieses Wissen zweitrangig. Das wichtigste Ziel bei einem Wutausbruch ist, ihn möglichst unbeschadet zu überstehen. Weint das Kind lediglich und wird es trotzig, ist ein Verharren in der Situation in Ordnung. Auch wenn andere Kunden möglicherweise den Kopf schütteln oder sich abfällig äußern, sollten Eltern sich nicht verunsichert fühlen. Oft nämlich haben Dritte keinen Einblick in die Hintergründe und sehen ein "unerzogenes" Kind. Machen sich Eltern vom Druck frei, andere Menschen entlasten zu müssen, fällt auch konsequentes Ignorieren des Wutanfalls leichter.

Doch auch hier gibt es Grenzen. Steigert sich das Kind so sehr in einen Wutausbruch hinein, dass es beginnt, um sich zu schlagen, extrem zu schreien oder gar Dinge aus den Regalen zu werfen, ist Ignorieren nicht mehr möglich. An diesem Punkt sollten Eltern direkt reagieren und ihr Kind aus dem Laden begleiten. Am leichtesten gelingt das, wenn beide Eltern beim Einkaufen dabei sind. So kann Papa mit dem Kind nach draußen gehen, während Mama sich um die restlichen Einkäufe und das Bezahlen kümmert. Aber auch beim Einkaufen alleine ist eine kurze Pause an der frischen Luft meist ein echtes Wundermittel.
Text: A. W. / Stand: 22.01.2018

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