Zuckersteuer ab 2027: Getränke-Verbände laufen Sturm

Zuckerhaltige Getränke sollen in Deutschland künftig besteuert werden - und das schon ab dem 1. Januar 2027. Gegen dieses Tempo laufen fünf Verbände der Getränkewirtschaft Sturm: Sie bezeichnen das geplante Vorziehen der Zuckersteuer als "Affront gegen den Mittelstand" und warnen vor Belastungen für Betriebe und Verbraucher.

Verbände wehren sich gegen die Einführung einer Zuckersteuer
Verbände wehren sich gegen die Einführung einer Zuckersteuer. Foto: © aboikis - stock.adobe.com

Was geplant ist

Nach aktuellen Plänen der Koalition soll die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke auf den 1. Januar 2027 vorgezogen werden - eingebettet in einen Änderungsentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das noch in dieser Woche vom Bundestag verabschiedet werden soll. Der Staat rechnet laut den Gesetzesunterlagen mit Einnahmen von rund 650 Millionen Euro im Jahr 2027, die ab 2028 - wenn die Hersteller ihre Rezepturen angepasst haben - auf etwa 450 Millionen Euro sinken sollen.

Gegen das Vorhaben stellen sich gemeinsam die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG), der Verband Deutscher Mineralbrunnen, der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie, der Deutsche Brauer-Bund und der Verband Private Brauereien Deutschland. Schon zuvor hatten sich mehr als 300 Unternehmen der Branche in einem offenen Brief gegen die Steuer ausgesprochen.

Fünf Kritikpunkte der Verbände

Die Getränkewirtschaft stört sich vor allem am Tempo und an der aus ihrer Sicht ungeklärten Umsetzung. Zusammengefasst nennen die Verbände fünf Problemfelder:

Entsprechend deutlich fällt die Kritik aus. "Eine neue Lenkungssteuer ohne vorherige Anhörung der betroffenen Wirtschaft in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einzuführen ist nicht nur handwerklich betrachtet schlechte Regulierung", sagt WAFG-Hauptgeschäftsführer Detlef Groß. Aus Sicht der Verbände gehe es weniger um Gesundheitspolitik als um das Stopfen von Haushaltslöchern.

Was das für Verbraucher und Handel bedeutet

Für Kundinnen und Kunden ist vor allem eine Frage entscheidend: Werden Süßgetränke teurer? Eine Steuer, die kurzfristig kommt und nicht über geänderte Rezepturen aufgefangen werden kann, landet erfahrungsgemäß zumindest teilweise im Ladenpreis - also bei Cola, Limonade und anderen zuckerhaltigen Getränken im Supermarktregal. Gesundheitspolitisch ist eine solche Abgabe durchaus umstritten: Befürworter sehen darin einen Anreiz für weniger Zuckerkonsum, wie ihn andere Länder bereits kennen.

Für den Lebensmittelhandel und die vielen mittelständischen Getränkehersteller kommt die Debatte zur Unzeit - in einer Phase, in der die Branche ohnehin mit schwacher Verbraucherstimmung und steigenden Kosten kämpft. Wie die Bundesregierung und der Bundestag am Ende entscheiden, ist derzeit offen.

Quelle: Pressemitteilungen der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (WAFG) und der Spitzenverbände der deutschen Getränkewirtschaft vom 6. Juli 2026

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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