Die Einschulung ist für viele Familien ein großer Tag - und
für den Einzelhandel ein einträgliches Geschäft. Rund um den
Schulanfang 2026 dürften die Verbraucher nach einer Prognose des
Handelsverbands Deutschland (HDE) etwa 770 Millionen Euro ausgeben, 6,2
Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg täuscht jedoch: Getragen wird
er nicht von größeren Budgets, sondern von der wachsenden Zahl
derer, die überhaupt zur Einschulung einkaufen.
Grundlage der Prognose ist eine repräsentative Befragung des IFH
Köln im Auftrag des HDE unter mehr als 500 Personen. Danach wollen in
diesem Jahr 12 Prozent der Befragten Geld für die Einschulung ausgeben,
nach 10 Prozent im Vorjahr. Diese zwei Prozentpunkte genügen, um den
erwarteten Umsatz von 725 auf 770 Millionen Euro zu heben - ein Zuwachs von
6,2 Prozent.
Beim eigenen Geldbeutel bleiben viele dagegen vorsichtig: 44 Prozent der
Käufer planen geringere Ausgaben als im Vorjahr, nur 31 Prozent
höhere, das restliche Viertel hält sein Budget. Der Markt
wächst also in die Breite, nicht in die Tiefe - es kaufen mehr
Haushalte ein, pro Kopf fließt aber tendenziell weniger Geld.
Von der Schultüte bis zum Ranzen
Ganz oben auf den Einkaufszetteln stehen die Klassiker für die
Schultüte: 87 Prozent derjenigen, die zur Einschulung einkaufen, wollen
Süßigkeiten besorgen. Jeweils 75 Prozent planen Ausgaben für
die Schulausstattung wie Ranzen und Federmäppchen sowie für
Spielwaren, 70 Prozent für Bücher und Schreibwaren. Der Schulanfang
ist damit weit mehr als der Kauf eines Ranzens - er zieht ein ganzes
Bündel an Anschaffungen nach sich. Und weil neben den Eltern auch
Großeltern, Paten und Freunde der Familie etwas beisteuern, reicht der
Kreis der Kundschaft über den einzelnen Haushalt hinaus.
Ein Lichtblick in einem schwachen Konsumjahr
In einem Jahr, in dem die Kauflaune der Deutschen insgesamt gedrückt
ist, zählt der Schulanfang zu den wenigen gut planbaren Umsätzen im
Handel. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth verweist darauf, dass
Eltern ihren Erstklässlern einen guten Start ermöglichen wollen und
dafür bewusst Geld für Schreibwaren, Kleinigkeiten für die
Schultüte und Geschenke in die Hand nehmen. Zum Schulstart gibt es in vielen Einkaufscentern in Deutschland Sonderverkaufsflächen. Aber auch Kaufhäuser und Schreibwarengeschäfte sind gute Anlaufpunkte, um alle Utensilien für den Schulstart zu besorgen.
Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 21. Juli 2026;
Befragung des IFH Köln im Auftrag des HDE.
Kommentar
Steigende Umsätze bei sinkenden Einzelbudgets - das ist kein
Widerspruch, sondern verrät viel über die Lage vieler
Familien. Der große Tag soll den Kindern nicht verdorben werden,
zugleich sitzt das Geld nicht locker. Wer genau hinschaut, spart dabei
ohne Verzicht: Ranzen-Sets und Schreibwaren sind im stationären
Handel oft reduziert, und beim Anprobieren vor Ort zeigt sich schneller
als beim Klick im Netz, ob der Ranzen wirklich auf den Rücken des
Kindes passt. Am Ende zählt ohnehin weniger der Preis als die
Frage, ob das Kind sich mit seiner Ausstattung wohlfühlt. Unser Tipp: Viele Supermärkte und Discounter sowie Non-Food-Discounter bieten in den Wochen vor dem Schulbeginn zahlreiche Schulutensilien sehr günstig an.
Wann ist Schulbeginn 2026?
Die Sommerferien enden zu unterschiedlichen Terminen - in Hessen und im
Saarland bereits Anfang August, in Baden-Württemberg und Bayern erst
Mitte September. Hier eine Übersicht, wann der erste Schultag in den
Bundesländern ist:
Bei uns erfahren Sie immer aktuell, wann verkaufsoffener Sonntag in Ihrer Nähe ist. Weitere Tipps zum offline einkaufen finden Sie auf unserer Startseite.
offline-einkaufen.com bei Google als bevorzugte Quelle merken
Sie wollen unsere Nachrichten in Google Suche und Discover
weiter oben sehen? Tragen Sie offline-einkaufen.com mit einem
Klick als bevorzugte Quelle in Ihrem Google-Konto ein.
Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet
Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über
allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen
Einzelhandel.
Haben Sie einen Hinweis oder einen Fehler gefunden? Schreiben
Sie Tjark eine
E-Mail.
Statistisches Bundesamt: Die gewerblichen Erzeugerpreise lagen im Juni 2026 um 1,8 Prozent über Vorjahr. Metalle und Rohstoffe treiben, Energie und einige Lebensmittel werden günstiger.
Statistisches Bundesamt: Die deutschen Importe aus China stiegen von Januar bis Mai 2026 um 6,2 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro. Bei Solarmodulen und Computern kommt der Großteil aus China.
HDE-Umfrage: 42 Prozent der Händler bewerten ihre Lage als schlecht, 69 Prozent verzeichnen weniger Gewinn. Der Handelsverband fordert die Politik zum Handeln auf.
Fünf Verbände der Getränkewirtschaft protestieren gegen die geplante Zuckersteuer zum 1. Januar 2027 - sie warnen vor Belastungen für Mittelstand und Verbraucher.
Handelsverband Deutschland: Das Konsumbarometer steigt im Juli leicht, bleibt aber deutlich unter Vorjahr. Anschaffungsneigung unverändert, Konjunkturerwartungen etwas optimistischer.