Ladendiebstahl 2025: Schaden erstmals über 3 Milliarden Euro

Der deutsche Einzelhandel verzeichnet einen traurigen Rekord: Der Schaden durch Ladendiebstahl überschritt 2025 erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro. Das teilt der Handelsverband Deutschland (HDE) mit. Gegenüber 2022 ist das ein Anstieg um rund 25 Prozent - und ein wachsender Teil der Beute geht auf das Konto organisierter Banden.

Immer mehr Ladendiebstähle in Deutschland
Immer mehr Ladendiebstähle in Deutschland. Foto: Anton - stock.adobe.com

Drei Milliarden Euro Schaden in einem Jahr

Was für viele wie ein kleines Vergehen wirkt, summiert sich längst zu einem Milliardenproblem. Nach Angaben des HDE entstand dem Einzelhandel 2025 durch Ladendiebstahl ein Schaden von mehr als 3 Milliarden Euro - so viel wie nie zuvor. Seit 2022 ist die Schadenssumme um etwa ein Viertel gestiegen. Die folgende Grafik zeigt den Anstieg im Verhältnis zum Ausgangsjahr.

Schaden durch Ladendiebstahl: Index 2022 gleich 100, Anstieg auf 125 im Jahr 2025 - 2025 erstmals über 3 Milliarden Euro, ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2022

Ein Drittel geht auf organisierte Banden zurück

Hinter dem Rekord stecken nicht nur Gelegenheitstaten. Rund ein Drittel des Schadens entfällt nach HDE-Angaben auf organisierte, bandenmäßig arbeitende Kriminelle, die gezielt und in großem Stil zuschlagen. Genau diese Entwicklung bereitet dem Verband die größten Sorgen. "Vor allem die Entwicklung bei den bandenmäßig organisierten Diebstählen bereitet uns Sorge", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Da sehen wir die Politik klar in der Verantwortung, das Strafmaß anzupassen, um die Täter schärfer zu bestrafen und potenzielle Diebe abzuschrecken."

Hohe Dunkelziffer - die wenigsten Taten werden erfasst

Die offizielle Statistik zeigt nur einen Bruchteil des Geschehens. Rund 380.000 Ladendiebstähle wurden 2025 registriert, doch der HDE geht von einer Dunkelziffer von über 98 Prozent aus. Hochgerechnet bleiben damit Jahr für Jahr rund 24,8 Millionen Taten unentdeckt. Ein Grund: Viele Händler verzichten auf eine Anzeige. "Viele Händler sind frustriert, weil Anzeigen selten zu einer Verurteilung und Sanktionierung der Täter führen und ersparen sich daher den mit der Strafanzeige verbundenen bürokratischen Aufwand", so Genth.

Was das für Kunden und Händler bedeutet

Die Kosten geben die Händler an die Kunden weiter. Um sich zu schützen, gibt die Branche jedes Jahr rund 1,7 Milliarden Euro für Kameraüberwachung, Warensicherung und Sicherheitspersonal aus. Diese Ausgaben fließen am Ende in die Kalkulation ein und treffen damit auch ehrliche Kunden - sei es über höhere Preise, verschlossene Vitrinen oder zusätzliche Kontrollen an der Kasse. In Zeiten ohnehin gedrückter Margen ist der Ladendiebstahl damit ein Belastungsfaktor, der den stationären Handel zusätzlich unter Druck setzt.

Der HDE fordert deshalb schärfere Strafen bei schweren Diebstahlsdelikten und bessere rechtliche Möglichkeiten zur Prävention - etwa den Einsatz offener und KI-gestützter Videotechnik. Wie sehr der Handel ohnehin kämpft, zeigt auch die Zahl der schwindenden Geschäfte: Für 2026 rechnet der Verband mit rund 4.900 Standorten weniger.
(Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 23. Juni 2026)

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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