HDE-Konsumbarometer Mai 2026: Verbraucherstimmung auf Dreijahrestief

Die Verbraucherstimmung in Deutschland setzt ihre Talfahrt fort: Das HDE-Konsumbarometer sinkt im Mai 2026 auf den niedrigsten Wert seit über drei Jahren. Steigende Preise, geopolitische Spannungen und Sorgen um die Konjunktur dämpfen die Kauflaune. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist laut Handelsverband Deutschland weiterhin nicht in Sicht.

HDE-Konsumbarometer Mai 2026 - Verbraucherstimmung auf Dreijahrestief
Auch im Mai 2026 hat es der Einzelhandel in Deutschland nicht leicht. Foto: © Monkey Business - stock.adobe.com

Stärkster Rückgang seit Januar 2024

Im Vergleich zum Vormonat sinkt das HDE-Konsumbarometer im Mai weiter ab. Damit verzeichnet der Index den stärksten Rückgang seit Januar 2024 und zugleich den tiefsten Stand seit Februar 2023. Die Verbraucherinnen und Verbraucher blicken derzeit so pessimistisch auf die weitere konjunkturelle Entwicklung wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Vor allem zwei Faktoren dämpfen die Stimmung deutlich: die anhaltend steigenden Preise und die Sorgen um eine schwache Konjunktur. Auch die anhaltenden globalen Konflikte wirken sich laut HDE negativ auf die Verbraucherstimmung aus.

Erholung des privaten Konsums nicht in Sicht

Der Handelsverband sieht in der eingetrübten Stimmung einen klaren Indikator für ein erneut wirtschaftlich herausforderndes Jahr. Das gesamtwirtschaftliche und politische Umfeld sorge weiterhin für Verunsicherung und eine deutliche Konsumzurückhaltung.

Auch die kürzlich beschlossenen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung haben sich bisher nicht positiv auf die Konsumstimmung ausgewirkt. Die Unsicherheit darüber, in welchem Umfang die Maßnahmen tatsächlich Effekte entfalten, ist nach Einschätzung des HDE zu groß. Hinzu komme die nach wie vor äußerst angespannte geopolitische Lage. Der Iran-Krieg habe zudem die Hoffnungen vom Beginn des Jahres auf eine konjunkturelle Erholung zunichtegemacht.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für den stationären Einzelhandel sind das keine guten Nachrichten: Wenn Verbraucher sparsamer werden, leiden zuerst Modegeschäfte, Möbelhäuser und Anbieter höherwertiger Konsumgüter. Auch die Innenstädte spüren das bereits seit Monaten. Wer in den kommenden Wochen einen größeren Kauf plant, kann von schwachen Nachfrage-Phasen profitieren - in vielen Branchen werden derzeit Rabatte und Sonderaktionen forciert, um die zurückhaltende Kundschaft an die Kassen zu bringen.

Methodik des HDE-Konsumbarometers

Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats und basiert auf einer monatlichen Umfrage unter rund 1.600 Personen. Erfragt werden unter anderem die Anschaffungsneigung, die Sparneigung sowie die finanzielle Situation der Haushalte. Erstellt wird der Index vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE).

Wichtig: Das Konsumbarometer bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten. Es hat damit eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum.

Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) vom 04.05.2026.

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Kathrin Knittel
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Verantwortliche Redakteurin: Kathrin Knittel

Kathrin ist seit 2015 verantwortliche Redakteurin bei Offline-einkaufen.com. Als Expertin für den lokalen Einzelhandel recherchiert sie wöchentlich sehr sorgfältig die Termine der verkaufsoffenen Sonntage und bereitet aktuelle Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel für unsere Leser auf. Kathrin arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Online-Redakteurin.

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