Stimmung hellt sich auf – doch die Kauflaune lässt auf sich warten

Das neue Jahr 2026 startet für den deutschen Einzelhandel mit gemischten Signalen. Wie das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zeigt, blicken die Verbraucher zwar wieder optimistischer in die Zukunft als noch im Dezember, beim tatsächlichen Einkaufen halten sie sich jedoch weiterhin merklich zurück.

Ein vorsichtiger Start ins neue Jahr

Nachdem die Verbraucherstimmung zum Ende des vergangenen Jahres auf einen Tiefpunkt gesunken war, klettert der Index im Januar wieder leicht nach oben. Damit liegt die Stimmung sogar über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dennoch ist in den Läden vorerst kein neuer Ansturm zu erwarten: Die sogenannte Kaufzurückhaltung bleibt das bestimmende Thema im deutschen Einzelhandel. Dennoch öffnen einige Möbelhäuser am kommenden Sonntag (25.01.2026) und hoffen auf zahlreiche Kunden.

Sparen statt Shoppen: Das Finanzpolster im Fokus

Besonders nach dem Weihnachtsgeschäft scheint bei vielen Haushalten erst einmal Schmalhans Küchenmeister zu sein. Die Neigung zu größeren Anschaffungen ist im Vergleich zum Vormonat gesunken. Stattdessen zieht es die Menschen dazu, Geld beiseitezulegen. Dieser Trend zur Sparsamkeit zeigt, dass viele Verbraucher in den kommenden Wochen lieber ein finanzielles Polster aufbauen wollen, anstatt in Konsumgüter zu investieren. Experten rechnen daher kurzfristig nicht mit einem nennenswerten Wachstum beim privaten Konsum. Bei uns finden Sie auch einige Tipps wie man das Haushaltsbudget einhalten kann.

Hoffnungsträger: Konjunktur- und Einkommenserwartungen

Trotz der aktuellen Zurückhaltung gibt es Lichtblicke bei den Erwartungen. Die Befragten blicken deutlich positiver auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung als noch vor einem Monat oder einem Jahr. Auch in Bezug auf das eigene Portemonnaie herrscht Zuversicht: Die Einschätzung der persönlichen Einkommenssituation hat sich verbessert. Finanziell gesehen gehen die Deutschen also mit einem guten Gefühl in das Jahr 2026.

Die Politik ist am Zug

Das Jahr 2026 ist eng mit der Hoffnung auf einen echten wirtschaftlichen Aufschwung verknüpft. Damit dieser Optimismus jedoch auch tatsächlich in den Kassen des Einzelhandels ankommt, müssen bestehende Unsicherheiten abgebaut werden. Der HDE sieht hier die Bundesregierung in der Pflicht. Nur wenn politische Vorhaben konsequent umgesetzt werden und ein nachhaltiges Wachstum spürbar ist, wird die Kaufzurückhaltung dauerhaft weichen und den privaten Konsum wieder beleben.

Hintergrund zum HDE-Konsumbarometer: Das Barometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter 1.600 Personen. Es wird vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt. Dabei werden Faktoren wie die Anschaffungsneigung, die Sparneigung und die allgemeine finanzielle Situation abgefragt. Das Barometer fungiert als Frühindikator und prognostiziert die erwartete Stimmung für die kommenden drei Monate.