Inflation im Mai 2026: 2,6 Prozent - Energie treibt, Butter wird billiger

Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Mai 2026 um 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Gegenüber dem Vormonat April sanken die Preise leicht um 0,2 Prozent. Haupttreiber bleibt die Energie, während einige Lebensmittel - allen voran Butter und Kartoffeln - deutlich günstiger wurden.

Was ist jetzt wieder teurer geworden
Was ist jetzt wieder teurer geworden? Foto: © Drazen - stock.adobe.com

Was die Inflationsrate aussagt

Die Inflationsrate misst, wie sich der Verbraucherpreisindex - der gesamte Warenkorb eines durchschnittlichen Haushalts - gegenüber dem Vorjahr verändert. Mit 2,6 Prozent liegt sie weiter spürbar über der Zwei-Prozent-Marke, die die Europäische Zentralbank als Zielwert anpeilt. Auch die sogenannte Kerninflation, die die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel ausklammert, blieb mit 2,5 Prozent erhöht - ein Zeichen dafür, dass der Preisauftrieb breit angelegt ist und nicht nur an Einzelposten hängt.

Inflation im Mai 2026 nach Bereichen gegenüber dem Vorjahr: Energie +6,6, Dienstleistungen +3,1, Inflation gesamt +2,6, Waren +2,2 und Nahrungsmittel +0,4 Prozent

Energie treibt, Lebensmittel kaum teurer

Den stärksten Preisschub gab es erneut bei der Energie mit plus 6,6 Prozent. Dahinter steht vor allem leichtes Heizöl (+47,9 Prozent) und Kraftstoff (+18,0 Prozent), während Strom (-5,0 Prozent) und Erdgas (-2,9 Prozent) sogar billiger wurden - unter dem Strich blieb die Haushaltsenergie damit knapp im Minus.

Nahrungsmittel verteuerten sich im Schnitt nur um 0,4 Prozent, und das Bild ist sehr gemischt. Deutlich teurer wurden Eier (+14,6 Prozent), Fisch (+3,7 Prozent) und Obst (+3,2 Prozent). Dem stehen kräftige Rückgänge gegenüber: Butter verbilligte sich um 29,1 Prozent, Speisefette und -öle sowie Kartoffeln jeweils um 15,3 Prozent und Molkereiprodukte um 6,4 Prozent. Wer viel frisch kocht, spürt die Entlastung an der Kasse deutlicher als der reine Durchschnittswert vermuten lässt.

Dienstleistungen und Waren

Dienstleistungen kosteten 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die für viele Haushalte wichtigen Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent, Gaststättenbesuche um 3,0 Prozent. Waren insgesamt verteuerten sich um 2,2 Prozent - dabei legten Verbrauchsgüter (+2,9 Prozent) stärker zu als langlebige Gebrauchsgüter (+1,0 Prozent). Gegen den Trend günstiger wurde Technik: Unterhaltungselektronik sank um 4,7 Prozent, große Haushaltsgeräte um 2,3 Prozent.

Was das für Verbraucher und den Handel bedeutet

Für den Einzelhandel ist die Lage zwiespältig. Dass einige Grundnahrungsmittel und Technikartikel billiger werden, entlastet die Haushalte und kann die Kauflaune stützen. Gleichzeitig hält die hartnäckige Kerninflation von 2,5 Prozent den allgemeinen Preisdruck hoch, und Mieten sowie Dienstleistungen binden weiter einen großen Teil des Budgets. Das passt zur gedrückten Stimmung, die das HDE-Konsumbarometer zuletzt zeigte. Ob die leichte Entlastung bei einzelnen Produkten tatsächlich in mehr Umsatz mündet, hängt vor allem davon ab, ob die Verbraucher wieder mehr Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung fassen.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Nr. 199 vom 12. Juni 2026

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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