Importe aus China 2026: Einfuhren steigen um 6,2 Prozent

China bleibt Deutschlands mit Abstand wichtigster Lieferant: Von Januar bis Mai 2026 importierte Deutschland Waren im Wert von 72,4 Milliarden Euro aus der Volksrepublik - 6,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das teilt das Statistische Bundesamt mit. Während die Einfuhren wachsen, brechen die deutschen Ausfuhren nach China deutlich ein.

Importe aus China als Herausforderung für deutsche Hersteller
Werden die vielen Importe aus China zum Problem für deutsche Hersteller? Foto: bluedesign - stock.adobe.com

Einfuhren legen weiter zu

Allein im Mai 2026 kamen Waren im Wert von 14,0 Milliarden Euro aus China nach Deutschland, ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die wichtigsten Importgüter waren im Zeitraum Januar bis Mai Datenverarbeitungsgeräte und optische Erzeugnisse (20,2 Milliarden Euro, +4,4 Prozent), elektrische Ausrüstungen (14,3 Milliarden Euro, +5,6 Prozent) sowie Maschinen (6,4 Milliarden Euro, +3,8 Prozent). Damit ist China unangefochten Deutschlands wichtigster Handelspartner auf der Importseite.

Bei manchen Produkten kommt fast alles aus China

Wie stark einzelne Produktgruppen von China abhängen, zeigt die sogenannte Spezialisierungsquote - der Anteil chinesischer Ware an den gesamten deutschen Einfuhren einer Produktgruppe. Bei Solarmodulen liegt er bei 86,1 Prozent, bei tragbaren Computern bei 81,8 Prozent. Auch Smartphones (66,3 Prozent) und Lithium-Ionen-Akkus (64,1 Prozent) kommen überwiegend aus China. Bei Elektroautos ist der Anteil mit 23,5 Prozent noch geringer, wächst aber.

Anteil Chinas an den deutschen Importen einzelner Produktgruppen (Januar bis Mai 2026): Solarmodule 86,1 Prozent, tragbare Computer 81,8 Prozent, Smartphones 66,3 Prozent, Lithium-Ionen-Akkus 64,1 Prozent, Elektroautos 23,5 Prozent

Exporte nach China brechen ein

Während Deutschland immer mehr aus China bezieht, läuft es in die andere Richtung schlechter. Die Ausfuhren nach China sanken von Januar bis Mai 2026 um 14,5 Prozent auf 29,6 Milliarden Euro. Besonders deutlich war der Rückgang bei Kraftfahrzeugen und -teilen (4,7 Milliarden Euro, -26,1 Prozent) sowie bei Maschinen (5,8 Milliarden Euro, -17,5 Prozent). Unter dem Strich ergibt sich für Deutschland ein Importüberschuss von 42,8 Milliarden Euro - nach 33,5 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum 2025.

Was das für Verbraucher und Handel bedeutet

Für Kundinnen und Kunden sind viele China-Importe längst Alltag: vom Smartphone über die Solaranlage auf dem Dach bis zum Akku im E-Bike. Günstige Preise sind ein Vorteil, die hohe Abhängigkeit von einem einzelnen Land aber ein Risiko - für Lieferketten und Preise ebenso wie für heimische Hersteller, die im Wettbewerb unter Druck geraten. Wie sehr der Import- und vor allem Online-Wettbewerb aus Fernost den deutschen Handel trifft, zeigt sich auch bei Plattformen wie Temu und Shein, die dem Einzelhandel zunehmend Umsatz abnehmen.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Nr. 255 vom 20. Juli 2026

Kommentar

Für viele Produzenten und Einzelhändler werden die Importe aus China zunehmend zum Problem. Billigware aus China und anderen asiatischen Ländern verdrängt häufig Produkte aus deutscher Herstellung - und nicht immer stimmt die Qualität der importierten Ware. Verbraucher sind aufgerufen, hier genau hinzuschauen und Preis und Leistung beziehungsweise Qualität gründlich zu prüfen. Auch im Online-Handel verdrängen chinesische Anbieter immer mehr deutsche und europäische Händler und Produzenten. Natürlich gibt es auch in Deutschland Verbraucher, die sich über die preiswerten Produkte freuen.

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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