HDE warnt vor Minijob-Abschaffung: Hunderttausende Jobs im Handel in Gefahr

Der Handelsverband Deutschland (HDE) schlägt Alarm: Die in der aktuellen Rentenreform diskutierte weitgehende Abschaffung der Minijobs sei "ein gefährlicher Irrweg". Rund 800.000 Menschen arbeiten im Einzelhandel auf Minijob-Basis - der Verband fürchtet, dass deren Stellen massenhaft wegfallen, wenn die Pläne so umgesetzt werden.

Minijob im Einzelhandel - Symbolbild
Minijobs sind im Einzelhandel weit verbreitet - Symbolbild

Worum es bei den Reformplänen geht

Hintergrund ist die Debatte um die Zukunft der Rente. Eine Rentenkommission hat dazu mehrere Vorschläge gemacht, die der HDE scharf kritisiert. Dazu zählen die weitgehende Abschaffung der Minijobs, eine paritätisch finanzierte Kapitalrente unter dem Dach der gesetzlichen Rentenversicherung sowie eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters um sechs Monate über zehn Jahre. Für den Handel besonders einschneidend: Die Pauschalabgabe für Minijobs soll deutlich steigen.

Pauschalabgabe auf Minijobs: heute rund 31 Prozent, nach den Plänen nahezu 40 Prozent - ein Anstieg um mehr als 8 Prozentpunkte

800.000 Minijobber allein im Einzelhandel

Minijobs sind im Handel ein wichtiges Instrument der Personalplanung. Rund 800.000 Beschäftigte arbeiten in der Branche auf dieser Basis - etwa um Stoßzeiten, Wochenenden und saisonale Spitzen abzudecken. "Minijobs ermöglichen es den Händlern, Personal flexibel einzusetzen", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Eine Abschaffung hätte aus seiner Sicht drastische Folgen: "Das vernichtet hunderttausende Jobs im Einzelhandel."

Hinzu kommt die geplante Erhöhung der Pauschalabgabe um mehr als acht Prozentpunkte auf nahezu 40 Prozent. Zusammen mit einer Reform der Kranken- und Pflegeversicherung, die dem Staat über 3,1 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr bringen soll, und einem um zwei Prozent höheren Beitrag für die Kapitalrente würde Beschäftigung nach Lesart des Verbands spürbar teurer.

Was der HDE fordert

Der Verband plädiert dafür, die Minijobs zu erhalten und auf weitere Beitragssteigerungen zu verzichten. "Die Vorschläge der Rentenkommission dazu sind nicht zu Ende gedacht", so Genth. Beim Renteneintrittsalter geht dem HDE die geplante Anhebung dagegen nicht weit genug - hier fordert er ein deutlich schnelleres Tempo. Die bereits beschlossene Abschaffung der Rente mit 63 bezeichnet Genth als "längst überfällig".

Was das für Beschäftigte und Kunden bedeutet

Für viele Aushilfen an der Kasse, im Lager oder im Verkauf geht es um die Frage, ob ihr flexibler Nebenjob in dieser Form bestehen bleibt. Für die Händler steht die Personalkalkulation auf dem Spiel - gerade in einer Phase, in der die Branche ohnehin mit schwindenden Geschäften und gedrückter Kauflaune kämpft. Steigen die Personalkosten kräftig, könnte das am Ende auch Service-Umfang und Preise im Laden berühren. Eine Entscheidung über die Reform steht noch aus - der HDE will seine Position in die weitere Debatte einbringen.

Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 24. Juni 2026

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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