HDE zu den neuen Bundesministern: Der Handel braucht jetzt Verlässlichkeit und Entlastungen

Mit der Ernennung neuer Bundesminister richtet der Handelsverband Deutschland (HDE) klare Erwartungen an die Politik. Der größte Branchenverband des Einzelhandels fordert vor allem eines: verlässliche Rahmenbedingungen und spürbare Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher. Reformen dürften nicht länger auf sich warten lassen.

Einzelhandelsverband fordert Entlastungen für Wirtschaft und Verbraucher
Der Einzelhandelsverband fordert von der Regierung Entlastungsmaßnahmen für die Wirtschaft und die Verbraucher. Foto: © zephyr_p - stock.adobe.com

Der Anlass: neue Gesichter im Kabinett

Anlass für den Appell ist die Neubesetzung wichtiger Ressorts. Mit Carsten Linnemann als Bundesgesundheitsminister und Steffen Bilger als Bundesverkehrsminister übernehmen zwei Politiker Aufgaben, die den Einzelhandel unmittelbar betreffen - von den Lohnzusatzkosten bis zur Verkehrsinfrastruktur. Der HDE nutzt den Amtsantritt, um seine wichtigsten Anliegen auf den Tisch zu legen.

Minijobs und Lohnzusatzkosten

Besonders deutlich wird der Verband beim Thema Beschäftigung. Der HDE warnt vor einer schrittweisen Abschaffung der Minijobs und lehnt weitere Kostensteigerungen ab. Allein im Einzelhandel arbeiten rund 800.000 Menschen in Minijobs - für viele Betriebe ein unverzichtbarer Baustein der Personalplanung. Für große Möbelhäuser genauso wie für Baumärkte, Outlet-Center und viele kleine Fachgeschäfte und Supermärkte.
Kritisch sieht der Verband auch eine geplante Beitragspflicht in der Pflegeversicherung, die die Arbeitgeberabgaben in Richtung 40 Prozent treiben würde. Weitere Belastungen bei den Lohnzusatzkosten, so die Sorge, würden gerade kleinere Händler hart treffen.

Verkehr und Infrastruktur

An den neuen Verkehrsminister richtet der HDE die Forderung nach einer langfristig planungssicheren Finanzierung von Autobahnen, Brücken und Schienennetz. Statt kurzfristiger Sperrungen und Stückwerk brauche es eine verlässliche Modernisierung der Verkehrswege sowie den Ausbau klimafreundlicher Nutzfahrzeugtechnologien samt passender Infrastruktur. "Der Handel ist auf funktionierende Verkehrswege angewiesen", betont HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth - schließlich hängen Warennachschub und pünktliche Belieferung der Geschäfte direkt daran.

Was das für Handel und Verbraucher bedeutet

Die Forderungen des HDE zielen letztlich auf stabile Kosten und funktionierende Abläufe - und beides kommt am Ende auch den Kunden zugute. Bleiben Lohnzusatzkosten und Bürokratie im Griff und laufen Lieferketten reibungslos, hilft das, Preise stabil zu halten und Geschäfte vor Ort zu erhalten. Die Meldung reiht sich ein in eine Serie von Appellen des Verbands: Schon zuvor hatte der HDE angesichts der schlechten Stimmung im Einzelhandel und der Debatte um die Minijobs rasche Reformen angemahnt. Ob die neue Regierung die geforderte Verlässlichkeit liefert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 29. Juli 2026

Diesen Artikel teilen:
offline-einkaufen.com bei Google als bevorzugte Quelle merken

Sie wollen unsere Nachrichten in Google Suche und Discover weiter oben sehen? Tragen Sie offline-einkaufen.com mit einem Klick als bevorzugte Quelle in Ihrem Google-Konto ein.

In Google als Quelle hinzufügen
Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

Haben Sie einen Hinweis oder einen Fehler gefunden? Schreiben Sie Tjark eine E-Mail.