Großhandelspreise im Mai 2026: 5,9 Prozent über dem Vorjahr - Energie und Metalle treiben

Im Großhandel sind die Preise wieder stärker gestiegen: Die Großhandelsverkaufspreise lagen im Mai 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 5,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat April ging es allerdings leicht um 0,6 Prozent nach unten. Haupttreiber im Jahresvergleich waren teurere Energie und Metalle - während einige Lebensmittel im Großhandel günstiger wurden.

Steigende Großhandelspreise - Symbolbild Einzelhandel
Im Großhandel ziehen die Preise wieder an - Symbolbild

Was die Großhandelspreise aussagen

Der Großhandel sitzt in der Mitte der Kette: Er kauft Waren in großen Mengen ein und verkauft sie an Einzelhändler, Handwerk und Industrie weiter. Die Großhandelsverkaufspreise zeigen damit früher als der Ladenpreis, in welche Richtung sich die Kosten bewegen. Mit plus 5,9 Prozent gegenüber Mai 2025 zog die Teuerung hier wieder an - nach plus 6,3 Prozent im April und plus 4,1 Prozent im März. Der leichte Rückgang um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zeigt aber, dass die Entwicklung nicht in eine Richtung läuft.

Großhandelspreise im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr: Nichteisenmetalle +36,1, Mineralölerzeugnisse +30,5, chemische Erzeugnisse +13,3 Prozent teurer, Kaffee/Tee/Kakao -10,7, lebende Tiere -10,1, Milch/Eier/Fette -8,1 Prozent billiger, Großhandel gesamt +5,9 Prozent

Energie und Metalle als Preistreiber

Den stärksten Anstieg gab es bei Nichteisenmetallen samt Halbzeug mit plus 36,1 Prozent. Direkt dahinter folgten Mineralölerzeugnisse mit plus 30,5 Prozent - hier war der Wert im April noch deutlich niedriger gewesen. Das Statistische Bundesamt führt den Schub vor allem auf die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten zurück, die die Preise für Energie und Rohstoffe nach oben trieben, sowie auf eine geänderte Energiesteuer bei Mineralöl. Auch chemische Erzeugnisse (+13,3 Prozent), Blumen und Pflanzen (+8,5 Prozent) sowie Eisen und Stahl (+6,7 Prozent) wurden teurer.

Lebensmittel im Großhandel teils billiger

Gegen den Trend gaben mehrere Lebensmittelgruppen nach. Am deutlichsten wurden Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze billiger (-10,7 Prozent), gefolgt von lebenden Tieren (-10,1 Prozent) sowie Milch, Milcherzeugnissen, Eiern und Nahrungsfetten (-8,1 Prozent). Das passt zu den zuletzt gesunkenen Erzeugerpreisen in der Landwirtschaft und deutet darauf hin, dass der Preisdruck bei einem Teil der Grundnahrungsmittel nachlässt.

Was das für Verbraucher und den Handel bedeutet

Für Endkunden ist der Großhandelspreis kein direkter Ladenpreis, aber ein wichtiger Vorbote. Steigen die Einkäufe von Einzelhändlern, landet das früher oder später häufig auch im Regal - vor allem bei Energie, Sprit und Produkten mit hohem Rohstoffanteil. Bei Kaffee, Molkereiprodukten und Fleisch zeichnet sich dagegen eher Entspannung ab. Unter dem Strich bleibt das Bild gemischt: Manches wird teurer, anderes günstiger.

Für den stationären Handel bedeutet das weiterhin Kalkulation mit spitzem Bleistift. Wie sich die zurückhaltende Kauflaune entwickelt, lesen Sie in unserer Übersicht der aktuellen Nachrichten aus dem Einzelhandel. Wer beim Einkaufen sparen will, findet bei uns passende Einkaufstipps rund um den bewussten Einkauf.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Nr. 202 vom 15. Juni 2026

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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