Fleischersatz-Produktion 2025: Erstmals Rückgang nach jahrelangem Wachstum

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 erstmals zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am 18. Mai 2026 mitteilte, stellten heimische Unternehmen rund 124.900 Tonnen Tofu, vegetarische Würste und ähnliche Produkte her - 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Wert der Produktion sank um 2,2 Prozent auf 632,6 Millionen Euro. Damit endet ein sechsjähriger Wachstumstrend.

Fleischersatz-Produktion 2025 - vegane Würste und pflanzliche Burgerpattys
Die Fleischersatz-Produktion sinkt! Foto: stock.adobe.com - Flair and Square

Erster Rückgang nach sechs Wachstumsjahren

Lange Zeit kannte der Markt für Fleischersatz nur eine Richtung: nach oben. Zwischen 2019 und 2024 hat sich die Produktionsmenge in Deutschland mehr als verdoppelt. 2025 dreht sich der Trend nun zum ersten Mal: Mit 124.900 Tonnen wurde gut ein Prozent weniger Ware produziert als noch 2024 - damals waren es 126.500 Tonnen.

Auf den ersten Blick wirkt der Rückgang gering. Im Kontext der bisherigen Entwicklung ist er aber bemerkenswert: Gegenüber 2019, als deutsche Hersteller lediglich 60.400 Tonnen Fleischersatzprodukte produzierten, liegt das Produktionsniveau heute immer noch um 107 Prozent höher. Der jüngste Dämpfer markiert also keinen Einbruch, sondern eine Pause auf hohem Niveau.

Fleischersatz-Produktion in Deutschland 2019, 2024 und 2025 Balkendiagramm der Produktionsmenge in Tonnen. 2019 lag die Produktion bei 60.400 Tonnen, 2024 bei 126.500 Tonnen, 2025 bei 124.900 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent gegenüber 2024 und einem Plus von 107 Prozent gegenüber 2019. Fleischersatz-Produktion in Deutschland Jahresproduktion in Tonnen 60.400 t 2019 Ausgangsjahr 126.500 t 2024 Höchststand 124.900 t 2025 -1,2 % ggü. Vorjahr
Quelle: Statistisches Bundesamt, Produktionsstatistik des Verarbeitenden Gewerbes (Tabelle 42131-0004). Grafik: offline-einkaufen.com.

632,6 Millionen Euro Produktionswert

Auch wertmäßig hat der Fleischersatz im vergangenen Jahr Federn gelassen. Mit 632,6 Millionen Euro lag der Produktionswert um 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert von 647,1 Millionen Euro. Der Rückgang fällt damit etwas stärker aus als bei der Menge - ein Hinweis darauf, dass die Hersteller im Schnitt zu leicht niedrigeren Preisen abgegeben haben.

Fleischproduktion bleibt um ein Vielfaches größer

Trotz des deutlichen Wachstums der vergangenen Jahre bleibt Fleischersatz im Vergleich zur konventionellen Fleischproduktion ein Nischenmarkt. 2025 belief sich der Produktionswert von Fleisch und Fleischerzeugnissen in Deutschland auf rund 45,2 Milliarden Euro - das entspricht einem Plus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist die Fleischproduktion wertmäßig rund 70-mal so groß wie die Produktion von Fleischersatzprodukten.

Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch zuletzt leicht gestiegen

Parallel zum Knick bei den vegetarischen und veganen Produkten ist auch der Fleischkonsum in Deutschland zuletzt wieder leicht gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt lag der Pro-Kopf-Verzehr 2025 bei rund 54,9 Kilogramm - nach 53,5 Kilogramm im Jahr 2024 und 52,9 Kilogramm im Jahr 2023. Beide Entwicklungen zusammen deuten darauf hin, dass sich der Boom pflanzlicher Alternativen vorerst konsolidiert, während Fleisch im Einkaufskorb der Verbraucher wieder einen Tick stärker präsent ist.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für Kundinnen und Kunden im Supermarkt und im Bio-Laden ändert sich an der Auswahl im Regal vorerst wenig. Tofu, vegane Würste, pflanzliche Burgerpattys und Schnitzel- Alternativen sind in den vergangenen Jahren längst zum festen Sortiment der großen Lebensmittelhändler geworden. Der leichte Rückgang in der Produktion deutet eher auf eine Marktbereinigung hin als auf einen Trendabbruch: Nach einer Phase, in der zahllose neue Marken auf den Markt drängten, scheinen sich Anbieter und Sortimente jetzt zu sortieren.

Wer im stationären Einzelhandel bewusst zu pflanzlichen Alternativen greift, profitiert weiterhin von einer breiten Auswahl - häufig auch im Aktionsbereich. Da viele Händler Fleischersatz inzwischen als feste Kategorie führen, sind Rabatte und Sonderangebote auf vegane und vegetarische Produkte regelmäßig in den Wochenprospekten zu finden.

Methodik der Destatis-Daten

Die veröffentlichten Zahlen stammen aus der Produktionsstatistik des Verarbeitenden Gewerbes. Erfasst werden unter dem Güterverzeichnis-Code GP 1089 19 508 "Vegetarische und vegane Lebensmittelzubereitungen", dazu zählen unter anderem Tofuprodukte und vegetarische Wurst. Die Daten beziehen sich auf die in Deutschland produzierten Mengen und Werte, Importe sind nicht enthalten. Die Detaildaten finden sich in der GENESIS-Online-Tabelle 42131-0004.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Nr. N033 vom 18.05.2026.

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Kathrin Knittel
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Verantwortliche Redakteurin: Kathrin Knittel

Kathrin ist seit 2015 verantwortliche Redakteurin bei Offline-einkaufen.com. Als Expertin für den lokalen Einzelhandel recherchiert sie wöchentlich sehr sorgfältig die Termine der verkaufsoffenen Sonntage und bereitet aktuelle Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel für unsere Leser auf. Kathrin arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Online-Redakteurin.

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