Lebensmittel sind bei den Erzeugern im Frühjahr deutlich
billiger geworden. Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte
lagen im April 2026 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes
um 12,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem Vormonat
März ging es um weitere 1,5 Prozent nach unten. Besonders kräftig
fielen die Preise für Speisekartoffeln, Milch und Obst.
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte geben an, was
Bauern und Gärtnereien für ihre Ware ab Hof bekommen - also
ganz am Anfang der Kette, lange bevor Kartoffel, Apfel oder
Milchpackung im Supermarktregal landen. Sie gelten als Frühindikator:
Sinken die Preise auf der Erzeugerstufe, kann das mit einiger
Verzögerung auch die Ladenpreise dämpfen. Der Rückgang
von 12,3 Prozent gegenüber April 2025 fällt deshalb auf - er
ist deutlich und betrifft fast alle Produktgruppen. Ein großer
Teil davon ist allerdings ein Basiseffekt: Vor einem Jahr waren
einzelne Erzeugnisse außergewöhnlich teuer, von diesem hohen
Niveau aus wirkt der Vergleich nun besonders stark.
Pflanzliche Erzeugnisse: Kartoffeln und Obst brechen ein
Bei den pflanzlichen Erzeugnissen lagen die Preise im Schnitt
12,1 Prozent unter dem Vorjahr. Den mit Abstand stärksten
Rückgang gab es bei Speisekartoffeln mit minus 54,7 Prozent -
nach der knappen und teuren Ernte des Vorjahres ist das Angebot
wieder reichlich. Auch Obst wurde mit minus 24,3 Prozent erheblich
billiger, allen voran Tafeläpfel mit minus 33,3 Prozent. Getreide
verbilligte sich um 11,7 Prozent.
Beim Gemüse fällt der Schnitt mit minus 1,8 Prozent moderat
aus, weil sich die einzelnen Sorten stark unterschiedlich entwickelten:
Kohlgemüse (-15,8 Prozent) und Salat (-13,0 Prozent) wurden
günstiger, während Tomaten mit plus 58,2 Prozent und Gurken
mit plus 10,7 Prozent kräftig zulegten. Wein verteuerte sich leicht
um 1,7 Prozent.
Hinweis: Auch in vielen Einkaufscentren gibt es Stände mit frischen Obst und Gemüse aus der Region!
Tierische Erzeugnisse: Milchpreis fällt, Eier werden teurer
Die tierischen Erzeugnisse verbilligten sich um 12,4 Prozent. Haupttreiber
war die Milch mit einem Rückgang von 26,2 Prozent gegenüber dem
hohen Vorjahreswert. Bei den Schlachttieren insgesamt ging es um
3,6 Prozent nach unten, deutlich stärker bei Schlachtschweinen
(-11,6 Prozent). Gegen den Trend teurer wurden dagegen Rinder
(+4,2 Prozent) und Geflügel (+2,6 Prozent). Am stärksten stiegen
die Eierpreise mit plus 13,0 Prozent - hier hält die hohe Nachfrage
bei gleichzeitig knapperem Angebot die Preise oben.
Was das für Verbraucher und den Handel bedeutet
Fallende Erzeugerpreise sind kein Versprechen auf sofort günstigere
Ladenpreise. Zwischen Hof und Kasse liegen Verarbeitung, Logistik,
Verpackung und Handelsspannen, und diese Kosten sinken nicht im
gleichen Tempo. Erfahrungsgemäß geben Händler sinkende
Einkäufe nur mit Verzögerung und selten vollständig weiter,
während sie steigende Kosten meist zügig einpreisen. Für
Verbraucher ist die Entwicklung dennoch eine vorsichtig gute Nachricht:
Bei Kartoffeln, Äpfeln und Milchprodukten ist in den kommenden
Monaten eher mit stabilen bis leicht sinkenden Preisen zu rechnen,
während Eier und einzelne Gemüsesorten teurer bleiben dürften.
Für den stationären Lebensmittelhandel passt das ins Bild der
jüngsten Zahlen. Der Einzelhandelsumsatz
im April lag real leicht unter dem Vormonat, bei den Lebensmitteln
gab es aber ein Plus. Günstigere Rohstoffe könnten den
Preisdruck etwas mildern - ob das die zurückhaltende Kauflaune
hebt, hängt vor allem davon ab, wie viel davon tatsächlich im
Regal ankommt.
Hinweis: Zum Beispiel gibt es in Köln Supermärkte, die auch sonntags geöffnet sind. Hier können Sie also 7 Tage in der Woche Obst und Gemüse kaufen!
Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Nr. 195 vom 11. Juni 2026
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Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet
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Statistisches Bundesamt: Die Inflationsrate liegt im Mai 2026 bei 2,6 Prozent. Energie und Dienstleistungen treiben, Lebensmittel kaum teurer - Butter und Kartoffeln deutlich billiger.