Erzeugerpreise April 2026: +1,7 Prozent zum Vorjahr - Nahrungsmittel werden günstiger

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind in Deutschland im April 2026 um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres gelegen. Wie das Statistische Bundesamt am 20. Mai 2026 mitteilte, bleibt der Preisdruck damit moderat - getrieben vor allem von teurer gewordenen Vorleistungen und Energie. Eine wichtige Ausnahme für den Geldbeutel der Verbraucher: Nahrungsmittel wurden im Vorjahresvergleich erneut günstiger, allen voran Butter und Schweinefleisch.

Nahrungsmittelpreise zuletzt leicht gesunken - Symbolbild Einzelhandel
Nahrungsmittelpreise zuletzt leicht gesunken

Stärkster Vorjahres-Anstieg seit Mai 2023

Mit einem Plus von 1,7 Prozent zum Vorjahresmonat verzeichnen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte den deutlichsten Anstieg seit Mai 2023. Damals hatten die Preise um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Gegenüber dem Vormonat März 2026 stiegen die Erzeugerpreise um 1,2 Prozent. Ohne den Energiebereich gerechnet liegt das Plus zum Vorjahr bei 1,6 Prozent und zum Vormonat bei 0,7 Prozent.

Erzeugerpreise messen, was Hersteller für ihre Ware bekommen, bevor sie in den Groß- und Einzelhandel weiterverkauft wird. Für Verbraucher sind diese Zahlen damit ein Frühindikator: Was hier teurer wird, schlägt mit einigen Wochen oder Monaten Verzögerung tendenziell auch im Supermarkt-Regal durch - und umgekehrt.

Erzeugerpreise für Nahrungsmittel im April 2026 Balkendiagramm der Veränderung der Erzeugerpreise gegenüber April 2025 in Prozent. Nahrungsmittel insgesamt minus 2,5 Prozent, Butter minus 38,8 Prozent, Schweinefleisch minus 11,0 Prozent, Rindfleisch plus 9,0 Prozent. Erzeugerpreise für Nahrungsmittel Veränderung April 2026 gegenüber April 2025, in Prozent 0 % +20 % -20 % -2,5 % Nahrungsmittel insgesamt -38,8 % Butter -11,0 % Schweine- fleisch +9,0 % Rindfleisch
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 169 vom 20. Mai 2026 zu den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte. Grüne Balken: Preisrückgang. Roter Balken: Preisanstieg. Grafik: offline-einkaufen.com.

Butter und Schweinefleisch deutlich günstiger

Die Nahrungsmittelpreise gingen im April 2026 insgesamt um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Innerhalb dieser Gruppe schwanken die Preise allerdings stark: Butter wurde mit einem Minus von 38,8 Prozent zum Vorjahr massiv günstiger, Schweinefleisch verbilligte sich um 11,0 Prozent. Auch Getreidemehl (-4,0 Prozent) und Futtermittel (-6,1 Prozent) gaben deutlich nach.

Gegen den Trend zog Rindfleisch um 9,0 Prozent an. Wer in den kommenden Wochen Steak grillen will, muss damit weiter mit vergleichsweise hohen Preisen rechnen. Auf der Verbraucherseite dürften die Nahrungsmittelpreis-Rückgänge die Inflation insgesamt etwas dämpfen - sofern Supermarkt-Ketten die niedrigeren Einkaufspreise an die Kundschaft weitergeben.

Energie bleibt der Treiber

Anders sieht es bei den Energiepreisen aus: Sie lagen im April 2026 insgesamt um 2,0 Prozent über dem Vorjahresmonat und sogar um 2,4 Prozent über dem Vormonat. Vor allem Mineralölprodukte verteuerten sich kräftig: Heizöl leicht (+57,6 Prozent), Rohbenzin (+47,4 Prozent) und Kraftstoffe an der Tankstelle (+34,0 Prozent). Als Hauptgrund nennt Destatis die anhaltenden Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten.

Entlastung gibt es dafür beim Strom (-4,7 Prozent zum Vorjahr) und bei Erdgas (-3,1 Prozent). Wer im Sommer einen Stromvertrag neu abschließt oder den Tarif wechselt, hat derzeit gute Karten für einen günstigeren Abschluss.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Erzeugerpreise sind keine Verbraucherpreise - aber sie sind ein verlässlicher Wegweiser dafür, in welche Richtung sich die Supermarkt- und Tankstellenpreise in den nächsten Wochen entwickeln könnten. Drei Botschaften nehmen wir aus der aktuellen Statistik mit:

Methodik

Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte misst die Preisentwicklung für Produkte, die im Bergbau, im verarbeitenden Gewerbe und in der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland erzeugt und im Inland verkauft werden. Berücksichtigt werden alle Steuern und Abgaben außer der Mehrwertsteuer. Erhebungsstichtag ist jeweils der 15. des Berichtsmonats. Das aktuelle Basisjahr ist 2021.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 169 des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom 20. Mai 2026 zu den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte im April 2026.

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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