Die Laune im deutschen Einzelhandel ist auf einem Tiefpunkt: In einer
aktuellen Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 600
Unternehmen bewerten 42 Prozent der Händler ihre Geschäftslage
als schlecht. HDE-Präsident Alexander von Preen vergleicht die
Stimmung mit dem zweiten Corona-Lockdown - und fordert die Politik auf,
endlich zu handeln.
Die Zahlen der HDE-Umfrage zeichnen ein düsteres Bild. Fast zwei
Drittel der befragten Unternehmen (64 Prozent) berichten, dass sich ihre
Geschäftslage im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr
verschlechtert hat. 69 Prozent verzeichnen sinkende Gewinne. Und der
Blick nach vorn bleibt trübe: 65 Prozent rechnen für 2026 mit
Umsätzen unter oder deutlich unter dem Vorjahreswert, nur 18 Prozent
erwarten ein Plus. "Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf
dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown", sagt von Preen.
Steigende Kosten als Hauptproblem
Als größte Belastung nennt der Verband die immer weiter
steigenden Kosten. "Das Problem für viele Unternehmen sind die
steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf",
so der HDE-Präsident. Trotz der schlechten Stimmung erwartet der
Verband für das Gesamtjahr 2026 ein nominales Umsatzplus von rund
2 Prozent auf 697,4 Milliarden Euro - davon entfallen 601,1 Milliarden
Euro auf den stationären Handel und 96,3 Milliarden Euro auf den
Online-Handel. Real, also nach Abzug der Preissteigerungen, fällt
dieses Plus allerdings deutlich magerer aus.
Das fordert der Handel von der Politik
Der HDE macht Druck und verlangt schnelle, konkrete Maßnahmen. Im
Zentrum steht die Kostenfrage:
ein verbindlicher Deckel von 40 Prozent bei den
Lohnnebenkosten,
der Erhalt der Minijobs, auf die im Einzelhandel
rund 800.000 Beschäftigte entfallen,
insgesamt bessere Rahmenbedingungen für den Einzelhandel.
Damit knüpft der Verband an seine jüngsten Appelle an: Bereits
vor dem Koalitionsausschuss hatte der HDE
rasche
Reformen gefordert und vor der geplanten
Abschaffung der
Minijobs gewarnt.
Was das für Verbraucher bedeutet
Für Kundinnen und Kunden ist die schlechte Stimmung im Handel mehr
als eine Randnotiz. Wenn Händler unter Druck geraten, schlägt
sich das oft im Angebot vor Ort nieder - durch Filialschließungen,
ausgedünnte Sortimente oder höhere Preise. Zugleich bleibt die
Kauflaune schwach: Erst kürzlich zeigte das
Konsumbarometer, dass
sich die Verbraucherstimmung nur langsam erholt. Ob die Politik die
Forderungen des Handels aufgreift, ist derzeit offen.
Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 14. Juli 2026
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Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet
Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über
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