Vor dem Koalitionsausschuss: Einzelhandel unter Druck - HDE fordert rasche Reformen

Kurz vor dem Koalitionsausschuss macht der Handelsverband Deutschland (HDE) Druck auf die Politik: Der Einzelhandel brauche endlich spürbare Entlastungen statt neuer Belastungen. Die Stimmung in der Branche ist mies - in einer Umfrage geben die Händler der Wirtschaftspolitik im Schnitt nur die Schulnote fünf.

Der deutsche Einzelhandel hat es schwer
Der deutsche Einzelhandel hat es schwer. Foto: © Drobot Dean - stock.adobe.com

Tausende Jobs und Geschäfte verloren

Die Zahlen, mit denen der HDE in die Debatte geht, sind ernüchternd: Seit 2022 hat der Einzelhandel mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren, seit 2015 mussten bundesweit mehr als 70.000 Geschäfte schließen. Eine Umfrage des Verbands unter rund 600 Händlern zeichnet ein düsteres Stimmungsbild. Der private Konsum, so HDE-Präsident Alexander von Preen, befinde sich "bereits in einer Schockstarre".

Schulnote fünf für die Wirtschaftspolitik

Entsprechend hart fällt das Urteil der Branche über die Politik aus: Im Schnitt vergeben die befragten Händler für die Wirtschaftspolitik nur die Note fünf. "Der Handel erwartet von der Politik mehr Tatkraft, mehr Tempo und vor allem spürbare Entlastungen", sagt von Preen mit Blick auf den Koalitionsausschuss. Der Verband will erreichen, dass das Thema dort ganz oben auf der Tagesordnung steht.

Das fordert der Handel

Konkret dringt der HDE auf einen ganzen Strauß von Maßnahmen. Ganz oben steht der Abbau von Bürokratie: Auskunfts- und Berichtspflichten sollen deutlich zurückgefahren werden. Daneben fordert der Verband:

Eine klare Absage erteilt der Verband dagegen der zuletzt diskutierten Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent. Eine solche Erhöhung würde den Konsum aus Sicht des HDE weiter abwürgen und die ohnehin angespannte Lage im Handel zusätzlich verschärfen.

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Kundinnen und Kunden geht es bei der Debatte um mehr als abstrakte Politik. Schließungen und Stellenabbau bedeuten weniger Auswahl und längere Wege, vor allem in kleineren Orten und Innenstädten. Eine höhere Mehrwertsteuer würde Einkaufen direkt verteuern, während niedrigere Steuern und Energiekosten den Spielraum für stabile Preise vergrößern könnten. Wie sehr der Handel ohnehin kämpft, zeigt auch die Zahl der schwindenden Geschäfte - und die juengste Warnung des HDE vor einer Abschaffung der Minijobs.

Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 29. Juni 2026

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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