Kurz vor dem Koalitionsausschuss macht der Handelsverband Deutschland
(HDE) Druck auf die Politik: Der Einzelhandel brauche endlich
spürbare Entlastungen statt neuer Belastungen. Die Stimmung in der
Branche ist mies - in einer Umfrage geben die Händler der
Wirtschaftspolitik im Schnitt nur die Schulnote fünf.
Die Zahlen, mit denen der HDE in die Debatte geht, sind ernüchternd:
Seit 2022 hat der Einzelhandel mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige
Arbeitsplätze verloren, seit 2015 mussten bundesweit mehr als
70.000 Geschäfte schließen. Eine Umfrage des Verbands unter
rund 600 Händlern zeichnet ein düsteres Stimmungsbild. Der
private Konsum, so HDE-Präsident Alexander von Preen, befinde sich
"bereits in einer Schockstarre".
Schulnote fünf für die Wirtschaftspolitik
Entsprechend hart fällt das Urteil der Branche über die
Politik aus: Im Schnitt vergeben die befragten Händler für die
Wirtschaftspolitik nur die Note fünf. "Der Handel erwartet von der
Politik mehr Tatkraft, mehr Tempo und vor allem spürbare
Entlastungen", sagt von Preen mit Blick auf den Koalitionsausschuss.
Der Verband will erreichen, dass das Thema dort ganz oben auf der
Tagesordnung steht.
Das fordert der Handel
Konkret dringt der HDE auf einen ganzen Strauß von Maßnahmen.
Ganz oben steht der Abbau von Bürokratie: Auskunfts- und
Berichtspflichten sollen deutlich zurückgefahren werden. Daneben
fordert der Verband:
faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber internationalen
Online-Plattformen,
spürbare Senkungen der Einkommensteuer für alle
Einkommensgruppen,
dauerhaft niedrigere Energiekosten,
eine Begrenzung der Arbeitskosten und
den Erhalt der Minijobs, die für den Handel wichtig sind, um
Stoßzeiten abzudecken.
Eine klare Absage erteilt der Verband dagegen der zuletzt diskutierten
Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent. Eine solche
Erhöhung würde den Konsum aus Sicht des HDE weiter
abwürgen und die ohnehin angespannte Lage im Handel zusätzlich
verschärfen.
Was das für Verbraucher bedeutet
Für Kundinnen und Kunden geht es bei der Debatte um mehr als
abstrakte Politik. Schließungen und Stellenabbau bedeuten weniger
Auswahl und längere Wege, vor allem in kleineren Orten und
Innenstädten. Eine höhere Mehrwertsteuer würde Einkaufen
direkt verteuern, während niedrigere Steuern und Energiekosten den
Spielraum für stabile Preise vergrößern könnten. Wie
sehr der Handel ohnehin kämpft, zeigt auch die Zahl der
schwindenden
Geschäfte - und die juengste Warnung des HDE vor einer
Abschaffung der
Minijobs.
Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 29. Juni 2026
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Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet
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