Einzelhandelsumsatz April 2026: real 0,3 Prozent unter Vormonat

Der deutsche Einzelhandel hat seine schwache Entwicklung im April 2026 fortgesetzt. Wie das Statistische Bundesamt am 1. Juni mitteilt, lagen die Umsätze real (also preisbereinigt) 0,3 Prozent unter dem Vormonat und ebenfalls 0,3 Prozent unter dem April 2025. Nominal stand ein leichtes Plus von 0,3 Prozent zum Vormonat zu Buche - die Inflation frisst den Zuwachs auf.

Umsatzrückgang im deutschen Einzelhandel im April 2026
Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist im April gesunken. Foto: Gorodenkoff - stock.adobe.com

Lebensmittel ziehen kräftig an, Nicht-Lebensmittel rutschen ab

Hinter dem leichten Gesamtminus verbergen sich große Unterschiede zwischen den Branchen. Der Lebensmitteleinzelhandel legte real um 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zu - der mit Abstand stärkste Zuwachs aller Bereiche. Zum Vorjahr blieb das Segment mit -0,1 Prozent dagegen praktisch unverändert. Im Nicht-Lebensmittel-Bereich ging der Umsatz im April real um 2,2 Prozent zurück. Auch hier war der Unterschied zum Vorjahr gering (-0,2 Prozent). Die Verbraucher kaufen offenbar nur das Nötigste - Lebensmittel sind unverzichtbar, bei Möbeln, Kleidung und Elektronik halten sich viele dagegen spürbar zurück.

Einzelhandelsumsatz April 2026 (real, Veränderung zum Vormonat)

  • Lebensmittel +3,2 %
  • Nicht-Lebensmittel -2,2 %
  • Tankstellen -4,0 %
  • Internet / Versand -4,7 %
  • Einzelhandel insgesamt -0,3 %

Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Einzelhandelsumsatz April 2026, kalender- und saisonbereinigt. Balkenlänge skaliert auf den höchsten Absolutwert.

Internet- und Versandhandel mit größtem Monatsminus

Besonders deutlich gab der Internet- und Versandhandel nach: 4,7 Prozent real weniger Umsatz als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb das Segment mit +0,4 Prozent real allerdings knapp im Plus. Das Online-Geschäft normalisiert sich damit nach den Höhenflügen der Pandemiejahre weiter - eine Entwicklung, die der stationäre Handel seit Monaten beobachtet. Wer wissen will, wie die deutsche Kundschaft derzeit tickt, sieht beim aktuellen HDE-Konsumbarometer einen Wert auf Dreijahrestief.

Die Umsätze an den Tankstellen sinken weiter

Die Tankstellen-Umsätze sanken im April real um 4,0 Prozent zum Vormonat und sogar um 10,4 Prozent zum Vorjahresmonat. Nominal ergab sich dagegen ein Plus von 7,6 Prozent zum Vorjahr. Die Spreizung zwischen realen und nominalen Werten erklärt sich vor allem durch die Kraftstoffpreise: Diese liegen aktuell deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, während die abgesetzten Mengen ebenfalls zurückgehen. Für den klassischen stationären Einzelhandel ist die Entwicklung an den Tankstellen nur am Rand relevant - sie zeigt aber, wie schwer sich vergleichbare Vorjahres-Auswertungen tun, wenn Preise und Mengen in unterschiedliche Richtungen laufen.

Was die Zahlen für den stationären Handel bedeuten

Auch im April konnte sich der Einzelhandel in Deutschland nicht erholen. Das passt zum Bild der letzten Monate: Die Reallöhne sind im 1. Quartal 2026 zwar um 1,8 Prozent gestiegen, das zusätzliche Geld landet aber kaum in den Geschäften. Verbraucher halten sich bei größeren Anschaffungen zurück und konzentrieren ihre Ausgaben auf den Lebensmittelbereich - dort ist der monatliche Bedarf schlicht pflichtgemäß. Solange das Vertrauen in die wirtschaftliche Lage nicht zurückkehrt, dürfte sich an dieser Verteilung wenig ändern.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Nr. 183 vom 1. Juni 2026

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Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

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