Wer bei dm einkauft, kennt das Piepen an der Kasse: Der Scanner liest den Strichcode, der Preis erscheint. An diesem Ablauf wird sich so schnell nichts ändern – wohl aber an der Technik dahinter. Denn dm testet seit kurzem in ausgewählten Filialen eine neue Generation von Barcodes: sogenannte 2D-Codes, die ähnlich wie QR-Codes aufgebaut sind.
Warum werden die Strichcodes ersetzt?
Der klassische Strichcode, wie er seit Jahrzehnten auf fast jeder Verpackung klebt, kann im Grunde nur eines: die Artikelnummer an die Kasse übermitteln. Ein 2D-Code dagegen speichert deutlich mehr Daten auf weniger Platz. So lassen sich damit zum Beispiel Informationen zur Haltbarkeit, zur Chargennummer oder zu Inhaltsstoffen hinterlegen. Für Kunden bedeutet das: Ein kurzer Scan mit der Smartphone-Kamera direkt am Regal kann künftig Auskunft über ein Produkt geben – etwa zur Zusammensetzung, zur Nachhaltigkeit oder zur richtigen Anwendung.
Hinter der Umstellung steckt der sogenannte GS1 Digital Link, ein neuer internationaler Standard. Er funktioniert wie eine Weiche: Je nachdem, ob der Code an der Kasse oder mit dem Handy gescannt wird, liefert er unterschiedliche Informationen. An der Kasse wird wie gewohnt der Preis ausgelesen, auf dem Smartphone öffnen sich weiterführende Produktdetails.
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Was passiert gerade bei dm?
Die Drogeriekette befindet sich nach eigenen Angaben in einer Pilotphase. In einzelnen Märkten werden die neuen Codes bereits an der Kasse verarbeitet. Dafür hat dm seine Scanner auf sogenannte Imager-Technologie umgestellt, die 2D-Codes wie ein digitales Foto erfasst und auswertet. Wann und ob die Technik bundesweit ausgerollt wird, ist noch offen. dm-Geschäftsführer Roman Melcher betonte, dass die Umstellung sorgfältige Abstimmung mit Handels- und Industriepartnern erfordere.
Als einer der ersten Markenhersteller ist Beiersdorf mit dabei: Die Deoprodukte der Marke 8X4 tragen bereits 2D-Codes auf der Verpackung. Ein aufgedruckter „Scan me“-Hinweis soll Kunden zum Ausprobieren animieren. Weitere Marken von Beiersdorf sollen im Laufe des Jahres folgen.
Was heißt das für den Einkauf?
Beim Bezahlen selbst ändert sich für Kunden erst einmal nichts. Der Kassiervorgang soll genauso schnell ablaufen wie bisher. Der Unterschied liegt eher im Zusatznutzen: Wer möchte, kann sich über den 2D-Code am Produkt eigenständig informieren, ohne erst die Firmenwebseite aufrufen zu müssen. dm und Beiersdorf haben sich vorgenommen, bis 2027 an einer praxistauglichen Umsetzung der neuen GS1-Standards zu arbeiten. Bis die Technik im gesamten deutschen Einzelhandel ankommt, dürfte es noch eine Weile dauern.
Übrigens findet man in vielen Einkaufscentern in Deutschland eine dm Filiale. Vielleicht findet dieser Test gerade in Ihrer Nähe statt.
Quelle: Pressemitteilung von dm-drogerie markt vom 5. März 2026
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