China-Shops in deutscher Tarnung: HDE warnt Verbraucher

Sie sehen aus wie deutsche Online-Shops, dahinter stehen aber Anbieter aus China: Vor dieser Masche warnt der Handelsverband Deutschland (HDE). Die Betreiber locken mit deutschem Namen, deutscher Adresse und professioneller Webseite - liefern dann aber oft minderwertige Ware und machen Rücksendungen durch hohe Kosten faktisch unmöglich. Wir erklären die Masche und wie Sie unseriöse Shops erkennen.

Warnung vor getarnten China-Shops im Internet
Es ist wichtig, Fake-Shops zu erkennen. Foto: Supatman - stock.adobe.com

Wie sich die Shops als deutsche Händler tarnen

Neben klassischen Fake-Shops, die nach der Bestellung gar keine Ware schicken, breitet sich laut HDE ein weiteres Geschäftsmodell aus: scheinbar deutsche Online-Shops, hinter denen tatsächlich Anbieter aus China stecken. Sie treten mit einem deutschen Namen auf, nutzen eine deutsche Domain und geben teilweise sogar eine europäische Anschrift an. Weil der Internetauftritt professionell gestaltet ist und die Texte auf Deutsch verfasst sind, sind solche Shops nur schwer zu durchschauen. Bei den Verbraucherzentralen stehen bereits zahlreiche solcher Anbieter auf den Warnlisten.

Warum Rücksendungen zur Falle werden

Das böse Erwachen kommt oft erst mit der Lieferung: Die Ware entspricht nicht dem, was auf der Seite versprochen wurde. Wer sie zurückschicken will, zahlt drauf - denn die Rücksendeadresse liegt meist in China. Je nach Paketgröße können die Kosten für den Rückversand den Warenwert deutlich übersteigen. Viele Kunden verzichten deshalb auf ihr Widerrufsrecht und behalten die Ware.

Genau darauf ist das Geschäftsmodell ausgelegt. "Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher werden bewusst in die Irre geführt und bestellen bei einem vermeintlich deutschen Shop", sagt Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer. Die hohen Rücksendekosten machten die Ausübung des Widerrufsrechts und selbst Reklamationen wirtschaftlich unattraktiv. Der Schaden trifft nach Einschätzung des Verbandes nicht nur die Kundschaft, sondern auch die regeltreuen Händler in Deutschland - und das Vertrauen in den Online-Handel insgesamt.

So erkennen Sie Fake-Shops und getarnte China-Shops

Ob ein Angebot seriös ist, lässt sich mit ein paar Handgriffen prüfen. Diese Warnzeichen sollten Sie vor jeder Bestellung im Blick haben:

Was Betroffene tun können

Wer bereits bestellt und bezahlt hat, sollte sich zügig an die eigene Bank oder den Zahlungsdienstleister wenden - je nach Zahlart lässt sich eine Buchung manchmal noch zurückholen. Beweise wie Bestellbestätigung, Screenshots und E-Mails sollten Sie sichern. Beratung gibt es bei den Verbraucherzentralen; verdächtige Shops können Sie dort und bei der Polizei melden. Der HDE appelliert an die zuständigen Rechtsdurchsetzungsstellen, gegen jedes einzelne dieser Angebote vorzugehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft im Zweifel lieber beim Händler vor Ort - dort lässt sich die Ware vor dem Kauf prüfen und eine Reklamation ist unkompliziert.

Quelle: Pressemitteilung des Handelsverbands Deutschland (HDE) vom 18. August 2026

Diesen Artikel teilen:
offline-einkaufen.com bei Google als bevorzugte Quelle merken

Sie wollen unsere Nachrichten in Google Suche und Discover weiter oben sehen? Tragen Sie offline-einkaufen.com mit einem Klick als bevorzugte Quelle in Ihrem Google-Konto ein.

In Google als Quelle hinzufügen
Tjark Knittel
Tjark Knittel

Tjark ist Webmaster von Offline-einkaufen.com und verantwortet Technik und Marketing der Webseite. Er schreibt über allgemeine Verbraucherthemen und Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel.

Haben Sie einen Hinweis oder einen Fehler gefunden? Schreiben Sie Tjark eine E-Mail.