Umweltschutz beim Einkaufen

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über den Umweltschutz beim Einkaufen. Schließlich möchten alle, dass unser Planet auch für die zukünftigen Generationen lebenswert bleibt. Doch wie lässt sich der Schutz der Umwelt mit dem modernen Konsum vereinbaren? Keine Sorge: Ein umweltfreundlicher Einkauf bedeutet nicht, auf wesentliche Dinge verzichten zu müssen. Schon durch einen bewussten Einkauf im Supermarkt und mit ein paar leicht umzusetzenden Maßnahmen schonen Verbraucher die Umwelt und deren Ressourcen.

Regionales Obst und Gemüse in einer Papiertüte
Umweltfreundlich einkaufen ist gar nicht so schwer. Symbolbild: © kucherav

Tipps zum umweltfreundlichen Einkaufen

Konkrete Anleitungen, wie Verbraucher beim Einkaufen die Umwelt schonen können - von der Rückgabe alter Geräte bis zur richtigen Entsorgung.

So schonen Verbraucher die Umwelt beim Einkauf

Verpackungen meiden oder zumindest reduzieren

Wo möglich, sollten umweltbewusste Verbraucher beim Einkaufen auf Verpackungen verzichten. Viele Waren wie zum Beispiel Obst und Gemüse vom Markt oder Kleidung werden unverpackt verkauft. Bei Lebensmitteln lässt sich Verpackung sparen, indem für Einkäufe eine eigene, wiederverwendbare Verpackung genutzt wird. Wer Mehrweg- statt Einwegverpackungen für Produkte verwendet, bei denen eine Verpackung nicht ganz entbehrlich ist, trägt einen großen Teil zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung beim Einkaufen bei. Dies gilt auch für die Wahl des Einkaufsbeutels: Taschen aus einem ökologischen Material wie Naturstoff oder Papier sind umweltfreundlich, Einkaufstaschen aus Plastik hingegen nicht. Aber auch hier sind die Einzelhändler recht clever. So recycelt beispielsweise Aldi die Plastikflaschen und produziert daraus Einkaufstaschen!

Unverpackt-Läden als Alternative

Eine besonders konsequente Möglichkeit, Verpackungsmüll zu vermeiden, bieten sogenannte Unverpackt-Läden. In diesen Geschäften bringen Kunden ihre eigenen Behälter mit und füllen Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Müsli, Gewürze oder auch Reinigungsmittel direkt aus Spendern ab. So entsteht keinerlei Verpackungsmüll. In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile solche Läden, und auch einige Supermärkte haben Unverpackt-Stationen in ihr Sortiment aufgenommen. Wer keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat, kann zumindest auf Wochenmärkten Obst, Gemüse, Käse und Backwaren häufig ohne Plastikverpackung kaufen.

Einkaufen ohne Plastik schützt die Umwelt

Allgemein sollte Plastik bei einem umweltbewussten Einkauf soweit wie möglich gemieden werden, da es sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt enorm schadet. Plastik besteht aus dem fossilen Rohstoff Erdöl, dessen Gewinnung schon so manche Umweltkatastrophe verursachte, sowie einigen chemischen Schadstoffen. Wenn Lebensmittel oder Pflegeprodukte in Plastikverpackungen gehüllt sind, gelangen die Schadstoffe im Plastik besonders leicht an oder in den menschlichen Körper. Sogar manche Pflegeprodukte enthalten Plastikbestandteile. Die im Plastik enthaltenen Weichmacher wie Bisphenol A und Phtalate können unter anderem zu Hormonstörungen führen und die Gehirnentwicklung beeinträchtigen. Phtalate erhöhen zudem die Gefahr, an Krebs zu erkranken.

Mehrwegbecher für Coffee-to-go

Wer gerne unterwegs einen Kaffee trinkt, kennt das Problem: Die Einwegbecher verursachen enorme Mengen an Müll. In Deutschland werden pro Stunde rund 320.000 Einwegbecher für Heißgetränke verbraucht. Dabei ist die Lösung denkbar einfach: Einen eigenen Mehrwegbecher mitbringen. Viele Cafés und Bäckereien gewähren sogar einen kleinen Rabatt, wenn Kunden ihren eigenen Becher mitbringen. Seit Januar 2023 sind Gastronomen und Cafés mit mehr als fünf Beschäftigten zudem gesetzlich verpflichtet, Mehrwegalternativen für Einwegverpackungen anzubieten. Eine gute Entwicklung für die Umwelt!

Umweltschutz durch möglichst schadstofffreies Einkaufen

Nicht nur die oben genannten Produkte, sondern auch beispielsweise herkömmliche Kleidung kann Plastik und weitere Schadstoffe enthalten, die auch in die Umwelt gelangen können. Dabei spielt es meist keine Rolle, ob es sich hierbei um preisgünstige oder um Markenkleidung eines bekannten Herstellers handelt. Gerade große Markenhersteller lassen ihre Kleidung oder Schuhe oft in asiatischen Billiglohnländern wie zum Beispiel China produzieren, wo nicht unbedingt hohe Umweltstandards gelten und zum Teil giftige Farbstoffe verwendet werden. Bei Kleidung aus Naturfasern, die in einem regionalen Betrieb hergestellt wurde, ist das Risiko von Schadstoffen deutlich geringer, zumal etwa die krebserregenden Azofarbstoffe in Deutschland verboten sind. Aber auch etwa beim Einkauf von Haushaltsprodukten sollte man der Umwelt zuliebe Schadstoffe wie giftige Chemikalien vermeiden. Wer Wert auf den Umweltschutz beim Einkaufen legt, sollte daher lieber auf biologisch abbaubare Reinigungsmittel zurückgreifen. Auch sollte man beispielsweise LED-Lampen gegenüber den quecksilberhaltigen Energiesparlampen bevorzugen. Auch ist es umweltfreundlicher, möglichst keine batteriebetriebene Geräte im Haushalt zu führen, denn Batterien sind Sondermüll. Entsorgen Sie Batterien niemals über den Hausmüll! Jedes Geschäft welches Batterien verkauft muss die Altbatterien auch zurücknehmen. Schauen Sie sich in den Geschäften mal um. Meist findet man im Eingangsbereich oder hinter den Kassen einen entsprechenden Behälter zur Entsorgung von Batterien.

Second-Hand-Kleidung: Gut für Umwelt und Geldbeutel

Die Textilindustrie zählt zu den größten Umweltverschmutzern weltweit. Für die Herstellung eines einzigen T-Shirts werden rund 2.700 Liter Wasser verbraucht. Wer gebrauchte Kleidung kauft, spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt erheblich. Second-Hand-Läden, Flohmmärkte und Kleidertauschbörsen bieten eine große Auswahl an gut erhaltener Kleidung. Auch Vintage-Mode ist seit einigen Jahren ein beliebter Trend. Wer aussortierte Kleidung nicht einfach wegwerfen möchte, kann sie in Altkleidercontainer geben oder an soziale Einrichtungen spenden. Wichtig: Nur saubere und tragbare Kleidung in die Altkleidersammlung geben - stark beschädigte Textilien gehören in den Restmüll.

Reparieren statt neu kaufen

Nicht alles, was kaputt geht, muss sofort ersetzt werden. Oft lohnt sich eine Reparatur - sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt. Viele Produkte wie Elektrogeräte, Möbel oder Kleidung lassen sich mit etwas Geschick selbst reparieren oder in Fachbetrieben instand setzen. In zahlreichen Städten gibt es sogenannte Repair-Cafés, in denen Ehrenamtliche kostenlos bei der Reparatur defekter Gegenstände helfen. Das spart Ressourcen und Energie, die für die Herstellung neuer Produkte benötigt werden. Seit 2021 gibt es zudem EU-Vorschriften, die Hersteller von bestimmten Elektrogeräten verpflichten, Ersatzteile über einen längeren Zeitraum bereitzuhalten. Das erleichtert die Reparatur und verlängert die Lebensdauer der Geräte.

Warum Produkte aus regionaler Herstellung die Umwelt schonen

Sicher gibt es zum Beispiel Früchte, die unter den hiesigen klimatischen Bedingungen nicht oder nur mit einem sehr hohen, umweltschädlichen Mehraufwand im Treibhaus angebaut werden könnten. Dazu zählen Ananas, Zitrusfrüchte aller Art, Mango und Bananen. Wer nicht völlig auf solches von weit her transportierte Obst verzichten möchte, sollte zumindest bei der Auswahl nach Möglichkeit die Anbau- und Transportbedingungen berücksichtigen und ansonsten so oft wie möglich beim Einkauf auf regionale und saisonale Produkte zurückgreifen. Also: Erdbeeren nur im Frühjahr kaufen, wenn sie hierzulande reif sind, im Winter hingegen vermehrt Wurzelgemüse und Kohl wählen - Gemüsesorten, die in dieser Jahreszeit Saison haben. Je näher das Anbau- oder Herstellungsgebiet liegt, desto weniger Kohlendioxid und Abgase gelangen beim Transport in die Luft.

Und wer noch konsequenter ist, fährt zum Einkaufen nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad oder geht einfach mal zu Fuß. Das ist aber nur dann machbar, wenn der Einkauf sehr klein ist. Für den Wocheneinkauf werden die meisten wohl doch das Auto brauchen.

K. S.

Redaktion offline-einkaufen.com · Schwerpunkt: Nachhaltiger Konsum und umweltbewusstes Einkaufen