Der Kühlschrank der Zukunft

Sprachassistenten und App-gesteuerte Haushaltshelfer gehören in vielen Lebensbereichen zum Alltag. Nun erobert das Smart Home auch die Küche. Ob vernetzter Geschirrspüler, intelligenter Kaffeevollautomat oder mitdenkender Ofen - immer mehr Küchengeräte lassen sich durch Anbindung ans Netz smarter machen. Faszinierend ist die Entwicklung vor allem bei Kühlschränken: Wo damals bereits ein Eisspender als Highlight galt, machen heute Apps, Touchscreens und Kameras das Kühlgerät zum "Smart Fridge".

Moderner Kühlschrank
Was kann ein moderner Kühlschrank? Foto: © Andrey Popov - stock.adobe.com

Was soll ein moderner Kühlschrank können?

Erfahren Sie, was der Kühlschrank der Zukunft bereits heute kann und wie er Ihnen das Leben erleichtert. Moderne Geräte sind längst mehr als nur Kühlboxen - sie sind vernetzte Haushaltshelfer mit eigenem Touchscreen und KI-Funktionen.

Vernetzte Kühlschränke mit Live-Kamerabild

Stellen Sie sich vor: Sie sind gerade im Supermarkt und fragen sich, ob Sie alle Zutaten für ein bestimmtes Rezept vorrätig haben. Wäre es nicht praktisch, wenn Sie direkt nachsehen könnten? Mit einem smarten Kühlgerät, wie es derzeit Bosch, LG und Samsung anbieten, ist das keine Zukunftsmusik. Über eine Smartphone-App greifen Sie unterwegs auf die Kameras Ihres Kühlschranks zu, die Ihnen ein gestochen scharfes Bild aus dem Inneren liefern. Auf dem Live-Bild können Sie direkt erkennen, ob Sie die gewünschten Zutaten vorrätig haben oder diese noch einkaufen müssen. Die smarte Funktion spart ohne Frage Geld und wertvolle Zeit.

Smarte Features gegen Lebensmittelverschwendung

Ein weiteres Feature soll der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken. Immerhin landen jedes Jahr rund elf Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Müll - Tendenz steigend. Die smarten Kühlschränke von Samsung & Co. fordern Sie aus diesem Grund auf, beim Einräumen von Lebensmitteln das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) anzugeben. Läuft der Käse oder die Milch ab, erinnert Sie der Kühlschrank via App oder auf dem integrierten Touchscreen rechtzeitig daran. So haben Sie Zeit, die Lebensmittel vor dem Verderben aufzubrauchen.

Intelligente Sensortechnik soll gleichzeitig die Haltbarkeit von Lebensmitteln erhöhen. Steigt beispielsweise die Temperatur im Inneren des Kühlschranks an oder nimmt die Luftfeuchtigkeit zu, informiert Sie das Gerät sofort auf dem Touchscreen und Ihrem Smartphone. Über die App haben Sie so die Möglichkeit, direkt einzugreifen und die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit anzupassen. Praktischer Nebeneffekt: Wenn Sie abends Gäste erwarten, können Sie von unterwegs die Getränke extra kühlen.

Rezeptvorschläge passend zum Kühlschrankinhalt

Sie kennen das sicher: Sie stehen vor Ihrem Kühlschrank und wissen nicht, was Sie kochen sollen. Auch für diese Situationen haben die Hersteller von Smart Fridges eine Lösung parat. So zum Beispiel Samsungs "Family Hub"-Kühlschrank: Der smarte Haushaltshelfer scannt den Inhalt des Kühlschranks und sucht Ihnen passend dazu aus einer umfangreichen Rezeptdatenbank Vorschläge, zu welchen Gerichten Sie die vorhandenen Lebensmittel verarbeiten können. Das Wälzen von Kochbüchern oder die Rezeptsuche im Internet bleibt Ihnen so erspart, und auch sonst ungenutzte Lebensmittel werden verbraucht.

KI-Integration in moderne Kühlschränke

Die neueste Generation smarter Kühlschränke setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz. Samsung hat mit seinem AI Family Hub einen Kühlschrank vorgestellt, dessen integrierte KI die Essgewohnheiten der Familie analysiert und darauf basierend personalisierte Rezeptvorschläge macht. Die KI lernt mit der Zeit, welche Gerichte bevorzugt werden, berücksichtigt Allergien und Unverträglichkeiten und passt ihre Empfehlungen entsprechend an.

Auch LG setzt mit seiner ThinQ-Plattform auf KI-gestützte Funktionen. Der Kühlschrank erkennt automatisch, welche Lebensmittel eingelagert werden, und kann deren voraussichtliche Haltbarkeit einschätzen - ganz ohne manuelles Einscannen. Darüber hinaus optimiert die KI den Energieverbrauch, indem sie Nutzungsmuster erkennt und die Kühlleistung entsprechend anpasst.

Intelligente Kühlschränke senken aktiv Stromkosten

Ein wichtiges Thema bei smarten Kühlschränken sind die niedrigeren Stromkosten. Dies erreichen die Geräte, indem sie die Temperatur im Inneren dynamisch an die Außentemperatur anpassen. Im Winter muss der Kühlschrank somit weniger intensiv kühlen als an heißen Sommertagen. Bewegungssensoren verhindern zudem, dass die Kühlschranktür versehentlich geöffnet bleibt und Strom regelrecht verpufft. Einige Modelle sind sogar in der Lage, selbstständig die Tür zu öffnen und zu schließen.

Energieeffizienzklassen: Darauf sollten Sie achten

Seit März 2021 gelten in der EU neue Energieeffizienzlabels für Kühlschränke. Die früheren Klassen A+++ bis D wurden durch eine übersichtlichere Skala von A bis G ersetzt. Die meisten aktuellen Kühlschränke liegen derzeit in den Klassen C bis F. Geräte der Klasse A sind noch selten und entsprechend teuer. Beim Kauf lohnt sich der Blick auf das Energielabel: Ein Kühlschrank der Klasse C verbraucht deutlich weniger Strom als ein vergleichbares Modell der Klasse F - über die gesamte Lebensdauer des Geräts können so mehrere hundert Euro an Stromkosten eingespart werden. Gerade bei smarten Kühlschränken sollte man bedenken, dass der Touchscreen und die WLAN-Verbindung zusätzlich Strom verbrauchen. Die intelligente Kühlsteuerung gleicht diesen Mehrverbrauch in der Regel aber mehr als aus.

Kühlschränke, die selbstständig Lebensmittel bestellen

Eine Funktion, die jeder sofort mit einem Smart Fridge in Verbindung bringt, ist das eigenständige Nachbestellen von Lebensmitteln, bevor diese aufgebraucht sind. Inzwischen ist diese Funktion deutlich praxistauglicher geworden als noch vor einigen Jahren. Zahlreiche Lebensmittelhändler bieten mittlerweile Online-Bestellungen und Lieferdienste an - darunter große Ketten wie Rewe, Edeka, Aldi und Lidl sowie spezialisierte Lieferdienste wie Flink und Picnic. Einige Smart Fridges wie der Samsung Family Hub lassen sich direkt mit diesen Diensten verbinden und können bei Bedarf automatisch eine Bestellung vorbereiten.

In der Praxis funktioniert das so: Der Kühlschrank erkennt, wenn bestimmte Produkte zur Neige gehen, und erstellt einen Bestellvorschlag. Sie prüfen diesen auf dem Touchscreen oder in der App und bestätigen die Bestellung mit einem Fingertipp. Voraussetzung dafür ist, die Produkte beim Einräumen zu scannen, damit das Gerät den genauen Vorrat kennt. Praktisch: So sind einige Smart Fridges auch in der Lage, Informationen zu den Nährwerten einzelner Nahrungsmittel zu liefern.

Der Smart Fridge als Familien-Organizer und schwarzes Brett

Die neueste Generation intelligenter Kühlschränke ist mehr als nur ein smartes Kühlgerät. Sie organisiert den Haushalt und sorgt für Entertainment. Samsung bietet beispielsweise mit seinem Family Hub die Möglichkeit, auf dem großzügigen Touchscreen Kalender und Notizen zu verwalten, E-Mails zu lesen, TV zu schauen oder im Netz zu surfen. Die Zukunft des Kühlschranks verspricht also spannend zu sein. Allerdings bleibt die Arbeit, den Kühlschrank regelmäßig zu reinigen, leider bestehen. Auch wenn es mittlerweile zahlreiche Geräte gibt, die nicht abgetaut werden müssen, das Saubermachen bleibt dann doch am Verbraucher hängen.

Tipp: Kühlschrank am besten offline kaufen

Gerade bei Kühlschränken lohnt sich der Gang ins Geschäft. So können Sie die Größe des Geräts einschätzen, die Aufteilung der Fächer begutachten und sich vom Fachpersonal zur passenden Energieeffizienzklasse beraten lassen. Viele Händler bieten zudem die Mitnahme Ihres alten Geräts und eine fachgerechte Entsorgung an. Kühlschränke kaufen Sie zum Beispiel bei IKEA, Höffner, Porta, Poco sowie in den Elektronikfachmärkten Media Markt und Saturn.

Oliver K.

Technik-affiner Familienvater aus Nordrhein-Westfalen. Schreibt für uns Ratgeber rund um Smartphones im Einkauf, Bezahlmethoden im stationären Handel und die Schnittstelle zwischen Online- und Offline-Shopping.