Abnehmen: Tipps und Wissenswertes rund um nachhaltigen Gewichtsverlust
Kuren, Pillen, Pülverchen: Vorsicht bei vollmundigen Versprechen
Kapseln, die das Sättigungsgefühl unterstützen
sollen, Trinkmahlzeiten und Mittel, die angeblich den Stoffwechsel
ankurbeln: Das Angebot an Lebensmitteln und
Nahrungsergänzungs-Präparaten für Abnehmwillige ist
groß. Mindestens genauso groß ist jedoch auch die
Menge an Fehlinformation und nicht haltbaren Versprechen, der
sich Verbraucher heute im Netz stellen müssen. Wenngleich
Experten schon lange daran erinnern, dass der menschliche
Stoffwechsel nicht einfach so "angekurbelt" oder "geboostet"
werden kann, bleiben die Werbeversprechen verlockend.
In der Realität erfordert nachhaltiger Gewichtsverlust weit
mehr als die Einnahme eines Mittels. Auch dauert er länger,
als es manches Superpulver verspricht. Doch einfache Lösungen
und beeindruckende Zahlen sind oft attraktiver als die
Realität. "5 Kilo in 10 Tagen" klingt besser als "5 Kilo in
10 Wochen". Das allerdings bedeutet nicht, dass es keine
hilfreichen Mittel zur Unterstützung des eigenen Vorhabens
gäbe. Auch in Arztpraxen und bei zugelassenen
Ernährungsberatern erhalten Patienten bisweilen
entsprechende Empfehlungen. Entscheidend ist es hier, auf
seriöse Quellen zurückzugreifen und informiert
Entscheidungen zu treffen.
Wer eine solche Entscheidung treffen möchte, wendet sich im
besten Falle also an echtes Fachpersonal. Dieses findet sich auch
in Apotheken, weshalb häufig empfohlen wird,
Nahrungsergänzungsmittel lieber dort zu kaufen.
Online-Apotheken leisten das inzwischen auch. Dem Kauf geht hier
eine telefonische Beratung voraus, sodass Unsicherheiten
beseitigt und Fragen beantwortet werden können. Trotz dieser
Zusatzleistung gelingt es vielen Online-Apotheken, ihre Produkte
günstiger anzubieten als Filialen vor Ort. Es ist eben noch
nicht alles schlecht im Netz. Bei uns finden Sie noch weitere
Tipps zum Sparen beim Einkaufen.
Crash-Diäten und restriktive Programme bergen Risiken
Vorsicht walten lassen sollten Abnehmwillige auch bei
Diätprogrammen, Coachings und Ernährungsplänen, die
stark einschränkend daherkommen. Dort, wo viele
Nahrungsmittel "verboten" und die Kalorienaufnahme
übermäßig reduziert wird, gerät die
Gesundheit potenziell in Gefahr. Nicht nur die bedarfsgerechte
Nährstoffversorgung ist bei stark restriktiven Programmen
gefährdet, sondern auch der langfristige Erfolg. Wer seinen
Kalorienbedarf eine Weile lang stark unterschreitet, wird
abnehmen. Sobald das Programm jedoch endet und die aufgenommene
Energiemenge wieder steigt, steigt auch das Gewicht. Der
berühmte Jo-Jo-Effekt stellt sich ein. Betroffene geben sich
dann oft selbst die Schuld und drohen, in einen ungesunden
Kreislauf aus immer neuen Diätprogrammen zu geraten. Das
belastet Körper und Seele.
Worauf kommt es beim Abnehmen wirklich an?
Die gute Nachricht für all jene, die Gewicht reduzieren
möchten: Bevor außergewöhnliche Maßnahmen
wirklich sinnvoll werden, gibt es genug zu tun. Auch gibt es
keine Abkürzungen, mit denen der eigene Körper
ausgetrickst werden kann oder muss. Dreh- und Angelpunkt bei der
Gewichtsreduktion ist die berühmte Kalorienbilanz. Jeder
Mensch verbraucht eine bestimmte Menge an Kalorien täglich.
Wie viel Energie verbraucht wird, hängt von mehreren Faktoren
ab:
- dem aktuellen Gewicht
- der Körpergröße
- und dem individuellen Aktivitätslevel
Dem Grundumsatz, also dem Verbrauch in Ruhe, wird deshalb der
sogenannte Leistungsumsatz hinzugerechnet. Wer etwa einen
Vollzeit-Bürojob mit hauptsächlich sitzender
Tätigkeit ausübt, wird sehr wahrscheinlich weniger
Energie verbrauchen als jemand, der täglich viel
körperliche Arbeit leistet. Das Prinzip bei der
Gewichtsabnahme ist nun ganz einfach: Wer mehr Kalorien
verbraucht, als er zu sich nimmt, nimmt ab. Zu beachten ist hier,
dass manche Grunderkrankungen dieses Prinzip beeinflussen
können. Wer Schwierigkeiten beim Abnehmen hat und dies
über einen längeren Zeitraum erlebt, sollte deshalb in
der Arztpraxis vorstellig werden. Bei der Ursachenforschung
könnte dann zum Beispiel die Schilddrüse genauer
angeschaut werden, denn Unterfunktionen machen das Abnehmen
schwerer.
Welche Lebensmittel helfen beim Abnehmen?
Es gibt keine Lebensmittel, die beim Abnehmen Wunder vollbringen.
Auch wenn im Netz häufig Superfoods empfohlen werden, gibt
es nur selten Erkenntnisse, die die Versprechungen
tatsächlich stützen. Dennoch gibt es in Bezug auf die
Lebensmittelauswahl einen entscheidenden Tipp: Wer abnehmen will,
sollte die Begriffe "Energiedichte" und "Nährstoffdichte"
kennen, um sie in der täglichen Ernährung
berücksichtigen zu können.
Energiedichte: Die Energiedichte beschreibt, wie
viele Kalorien ein Lebensmittel pro Gramm hat. So gibt es
Lebensmittel, bei denen schon kleine Mengen sehr viel Energie
liefern, und solche, bei denen auch größere Mengen
recht kalorienarm sind. Ein Beispiel: 100 Gramm Salatgurke haben
etwa 14 Kilokalorien, 100 Gramm Milchschokolade bereits über
500 Kilokalorien. Begrenzt ist das im Übrigen nicht nur auf
den Vergleich zwischen gesunden und vermeintlich weniger gesunden
Lebensmitteln. Auch vollwertige Lebensmittel wie etwa Nüsse
sind sehr energiedicht und sollten deshalb in Maßen
konsumiert werden.
Nährstoffdichte: Die Nährstoffdichte
zeigt auf, wie viel von einem Nährstoff ein Lebensmittel
pro Energie-Einheit enthält. Hier schneiden unverarbeitete
Lebensmittel oft besser ab als Kekse, Chips, Weißbrot und
Co. Letztere sind meist sehr energiedicht und dabei
nährstoffarm. Geht es um erfolgreiches Abnehmen, sollte
jedoch auch die Nährstoffversorgung nicht zu kurz kommen.
Lebensmittel mit geringer Energiedichte bei zeitgleich
höherer Nährstoffdichte sind deshalb eine gute Wahl.
Der Blick auf Energie- und Nährstoffdichte zeigt: Folgende
Lebensmittel eignen sich gut als Basis für einen Speiseplan:
- frisches Gemüse
- Vollkornprodukte
- viele Obstsorten
- magere Fleisch- sowie Fischsorten
- und fettarme Milchprodukte
Eine ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen hilft dann ganz
nebenbei, ein gutes Sättigungsgefühl zu erzeugen,
unterstützt Verdauungsprozesse und gilt als allgemein gut
für die Darmgesundheit.
Wichtig: Auch energiereichere Lebensmittel sowie
Süßes dürfen in einem Abnehm-Speiseplan
maßvoll untergebracht werden. Wer sich alles verbietet,
verringert nicht nur die eigene Lebensqualität, sondern
verfolgt möglicherweise auch einen Plan, der sich kaum
langfristig durchhalten lässt. Das aber ist beim Abnehmen
und Gewicht-Halten entscheidend.
Eines der größten Probleme: flüssige Kalorien
Ausgehend vom neuen Wissen über Ballaststoffe und die
Energiedichte von Lebensmitteln gibt es eine Sache, die dem
Abnehmvorhaben stark im Weg stehen kann. Zuckerhaltige
Flüssigkeiten wie Fruchtsäfte, Softdrinks,
Milchmischgetränke und Limonaden sättigen kaum bis gar
nicht, liefern aber große Energiemengen in kürzester
Zeit. Diese sollten grundsätzlich stark reduziert werden.
Besser wäre es sogar, sie ganz aus dem Haushalt zu verbannen.
Gute Alternativen sind Mineralwasser, ungesüßte Tees
und - in Maßen - Softdrinks mit Süßungsmitteln.
Dass Süßungsmittel dem Stoffwechsel schaden, den Darm
schädigen und die Insulinausschüttung manipulieren, ist
ein Mythos. Wer hin und wieder eine Limonade trinken möchte,
ist deshalb mit Zero-Varianten gut beraten. Erfahren Sie bei uns
auch, warum man Lebensmittel offline kaufen
sollte.
Die Rolle von Eiweiß beim Abnehmen
Ein häufig unterschätzter Faktor beim Abnehmen ist die
ausreichende Eiweißzufuhr. Proteinreiche Lebensmittel
sättigen besonders gut und helfen dabei, während einer
Gewichtsreduktion die Muskelmasse zu erhalten. Das ist wichtig,
denn Muskeln verbrauchen auch in Ruhe mehr Energie als
Fettgewebe und tragen so zu einem höheren Grundumsatz bei.
Gute Eiweißquellen sind zum Beispiel mageres Geflügel,
Fisch, Hülsenfrüchte, Magerquark und Eier. Die Deutsche
Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine
tägliche Proteinzufuhr von etwa 0,8 Gramm pro Kilogramm
Körpergewicht. Beim Abnehmen kann eine etwas höhere
Zufuhr von etwa 1,2 bis 1,5 Gramm pro Kilogramm sinnvoll sein -
am besten in Absprache mit dem Arzt oder der
Ernährungsberatung.
Gewichtsverlust ist eine Frage der Lebensgewohnheiten
Abgesehen von einer ausgewogenen Ernährung und einem Blick
auf die eigene Kalorienbilanz sind allgemeine Gewohnheiten das
A und O, wenn es um erfolgreiches Abnehmen geht. Faktoren, die
Übergewicht begünstigen können, finden sich
schließlich nicht nur auf dem Teller. Vor allem
körperliche Inaktivität und Bewegungsmangel gelten als
große Risikofaktoren, wenn es um Übergewicht geht.
Regelmäßige Bewegung und durchaus auch sportliche
Aktivität mehrmals wöchentlich sind essenziell für
ein gesundes Leben. Und das auch unabhängig vom
Körpergewicht. Wer regelmäßig trainiert, hält
etwa auch das Herz-Kreislauf-System fit, reduziert sein Risiko
für einige Krebserkrankungen und bewahrt eine gute
Knochendichte.
Geht es um das Abnehmen, erhöht Aktivität den
Leistungsumsatz. Jeder Spaziergang und jede Entscheidung für
die Treppe statt für den Aufzug spielen hier wichtige Rollen.
Beziehen Sie Ihr neues Wissen auch bei der
Planung des Wochenendeinkaufs
ein. Achten Sie auf die Auswahl der Lebensmittel und nehmen Sie
vielleicht mal das Fahrrad statt das Auto zum Einkaufen.
Achtung: Wer lange inaktiv war und mit dem Sport
beginnen möchte, sollte vorab mit dem behandelnden Arzt
darüber sprechen. Manchmal kann eine sogenannte
"Sporttauglichkeitsuntersuchung" sinnvoll sein, um Risiken zu
erkennen und Schäden vorzubeugen. Ein moderater Einstieg
ist in jedem Fall empfehlenswert.
Schlaf und Stressmanagement nicht vergessen
Neben Ernährung und Bewegung spielen auch Schlaf und
Stressbewältigung eine wichtige Rolle beim Abnehmen. Studien
zeigen, dass chronischer Schlafmangel den Hormonhaushalt
durcheinanderbringen kann. Insbesondere steigt bei zu wenig
Schlaf das Hungerhormon Ghrelin, während das
Sättigungshormon Leptin sinkt. Wer dauerhaft zu wenig
schläft, hat deshalb häufig mehr Appetit und neigt
eher zu kalorienreichen Snacks. Ähnlich verhält es sich
mit Stress: Dauerhafter Stress führt zu einer erhöhten
Ausschüttung des Hormons Cortisol, das Heißhungerattacken
begünstigen kann. Regelmäßige Entspannungspausen,
ausreichend Schlaf von mindestens sieben Stunden pro Nacht und
gezielte Stressbewältigung - etwa durch Spaziergänge,
Meditation oder Hobbys - können den Abnehmerfolg daher
spürbar unterstützen.
Fazit: Abnehmen mit Köpfchen hält länger
Wer sich langfristigen Erfolg wünscht, seine Lebensgewohnheiten
umstellt und einen ausgewogenen Speiseplan gestaltet, der auch
nach dem Erreichen der Ziele noch aktuell bleiben kann, wird
langfristig sehr viel wahrscheinlicher mit dem eigenen
Wunschgewicht leben können. Seriöse unterstützende
Mittel und Medikamente sollten stets nur nach Absprache mit
Ärzten oder Apothekern eingenommen werden.
Tipp: Treiben Sie Sport. Ideal ist eine
Ausdauersportart wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren. Aber auch
Wandern oder Nordic Walking sind gut für Ihre Gesundheit.
Fragen Sie auch Ihren Hausarzt nach einer geeigneten sportlichen
Betätigung für Sie.
Weiterführende Informationen und Quellen
- Die Barmer gibt auf ihrer Webseite einige Tipps zum gesunden Abnehmen:
barmer.de.
- Nahrungsergänzungsmittel oder Produkte, die Sie beim Abnehmen unterstützen, sollten Sie nur aus seriösen Quellen beziehen - entweder aus der stationären Apotheke an Ihrem Wohnort oder aus seriösen Online-Apotheken wie
shop-apotheke.com.
Nur so können Sie sicher sein, dass die Produkte von Ernährungswissenschaftlern entwickelt wurden und keine gesundheitlichen Schäden anrichten. Außerdem werden Sie in den Apotheken von fachkundigem Personal seriös beraten. Bei Online-Apotheken erfolgt die Beratung per E-Mail oder am Telefon. Meist gibt es eine kostenlose Hotline.
- Auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie viele Tipps für eine gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung:
gesund.bund.de/gesunde-ernaehrung.
Fragen Sie auch Ihren Hausarzt, worauf Sie bei Ihrer Ernährung besonders achten sollten.
Ana W.
Ana ist Familien- und Ernährungsberaterin. In unserem Portal schreibt sie unter anderem über Verbraucherthemen rund um den stationären Einzelhandel.