Autor: L. E. ·
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Online-Shopping ist bequem - aber nicht für alles die beste Wahl.
Fernseher, Möbel, Kleidung und Lebensmittel zeigen ihre echten
Qualitäten erst im Laden. Wir zeigen, bei welchen Produktgruppen
sich der Gang in das Geschäft lohnt und worauf Verbraucher dabei
achten sollten.
Vier Produktgruppen, bei denen sich der Offline-Kauf besonders lohnt -
mit Tipps zur Auswahl, zu Beratung vor Ort und zu typischen Fallstricken
beim Online-Bestellen.
Frischecheck, Wochenmarkt und Hofladen: Warum gerade verderbliche Waren besser im Laden gekauft werden.
Life-Check: Wann offline einkaufen besser ist
Zugegeben: Manchmal ist Online-Shopping einfach praktisch. Wir ersparen
uns das Gewühl von Menschenmassen und sind zeitlich flexibler.
Umso mehr, wenn der gewählte Onlineshop zum Beispiel auch an
Packstationen liefert. Ein neues Buch, ein frischer Pullover,
Glühbirnen für den Flur - all dies sind Waren, die online
bequem einzukaufen sind und uns das Leben an vielen Stellen
erleichtern. Aber kann der Online-Handel das Offline-Einkaufen
wirklich ersetzen? Wir haben ein paar Dinge zusammengetragen, die
man besser einem Life-Check unterzieht.
Genaues Augenmerk bei Technik
Mit ausgefeilten Tools bietet der Elektrohandel heute an, dass man
sich seinen PC aus Einzelkomponenten selbst zusammenstellt. Dabei
wird auch auf eventuelle Inkompatibilität hingewiesen. Eine
praktische Erfindung, die auch Laien dabei hilft, sich ihren
nächsten Computer individuell zusammenzustellen. Beim
dazugehörigen Monitor ist es jedoch ratsam, den Weg in den
Laden anzutreten. Nur hier kann ein genaues Augenmerk auf
verschiedene optische Aspekte gelegt werden: Wie ist die
Bildqualität des Monitors? Nehme ich ein Flimmern wahr? Auch
Einstellungsmöglichkeiten können vor Ort ausprobiert und
überprüft werden. Und was für Monitore gilt, ist
natürlich auch auf Fernseher übertragbar. Gerade bei
modernen OLED- und QLED-Displays lohnt sich der Vergleich im
Geschäft, da die Unterschiede in Kontrast und Farbwiedergabe
erst im direkten Nebeneinander wirklich sichtbar werden.
Die Spiegelung, die bei Bildschirmen jeder Art eine Rolle spielt,
kommt im Übrigen auch bei Armbanduhren zum Tragen. Je nach
Glasbeschaffenheit einer Uhr kann es schwierig sein, die Zeit in
hellem Licht abzulesen. Oder aber das Zifferblatt schluckt so viel
Licht, dass dies wiederum bei schlechten Lichtverhältnissen
zum Problem wird. Viele Geschäfte bieten auch den Kauf auf
Raten an
(Was beachten bei Ratenzahlung?).
Wenn die Sinne gefragt sind
Lust auf einen neuen Duft? Wer Parfüm kaufen möchte, das
er noch nicht kennt, kommt um das Offline-Shopping nicht herum. Denn
hier sind die Sinne gefragt. Auf Bewertungen anderer Nutzer zu
setzen, macht beim individuellen Geruchsempfinden keinen Sinn. Auch
beim Kauf von Musikanlagen oder Instrumenten ist ein Sinn gefragt:
der Gehörsinn. Die feinen Nuancen lassen sich nur in einem Test
vor Ort erhören. Auch hier gewinnt also offline vor dem
Online-Shopping. Ähnlich ist es bei Möbeln.
Um den Sehsinn geht es beim Kauf von Brillen. Zwar bieten inzwischen
auch einige Internet-Händler an, Brillen online zu kaufen - die
fachgerechte Beratung durch einen guten Optiker ersetzt das jedoch
nicht. Und drückt die Brille hinter den Ohren, bleibt ein Besuch
bei diesem ohnehin nicht aus. Selbst der Tastsinn ist bei einigen
Produkten gefragt. Können wir Kleidung, die uns von der Haptik
nicht gefallen, einfach wieder zurückschicken, sieht dies bei
Tastaturen oft ganz anders aus. Denn gerade für Vielschreiber
sind Tastaturen wie Schuhe: Sie müssen ausprobiert werden. Zwar
bietet der Handel das 14-tägige Rückgaberecht, der Aufwand
des Zurückschickens ist jedoch sehr oft ungleich höher,
als eine Tastatur offline zu kaufen.
Verderbliche Waren
Ein neuer Trend ist im Anmarsch. Internet-Riesen wie Amazon, aber
auch größere Supermarktketten bieten inzwischen an, auch
Lebensmittel nach Hause zu liefern. Während dies für
mobilitätseingeschränkte Menschen und Arbeiter im
Schichtdienst unbestreitbare Vorteile mit sich bringt, sind jedoch
auch die Nachteile nicht von der Hand zu weisen. Gerade bei leicht
verderblichen Waren wie Salat, Obst und Gemüse hat der
Verbraucher hier nur wenig Einfluss darauf, welche Produkte im
Warenkorb landen und ob die ausgewählten Apfelsinen
tatsächlich alle frisch sind.
Ähnliches gilt für Schnittblumen. Liegen nicht unbedingt
Kilometer zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten, bietet sich
auch hier ein Offline-Kauf an. So wird sichergestellt, dass die
Blumen nicht schon halb verwelkt beim Begünstigten ankommen.
Und die meisten Verbraucher werden die individuelle Beratung durch
eine Floristin oder einen Floristen zu schätzen wissen. Auch
Kleidung sowie Schuhe kaufen viele Menschen immer noch lieber
offline. Hier kann man einfach schneller verschiedene Modelle
anprobieren und die verschiedenen Kombinationen ausprobieren.
Gerade Kleidung kann etwas kleiner oder größer ausfallen.
Im Geschäft kann man einfach die nächste Größe
anprobieren.
L. E.
Sie schreibt über Verbraucherthemen und stellt einzelne Geschäfte und Einkaufscenter vor. Als selbst Betroffene liegt ihr besonders das Thema Barrierefreiheit beim Einkaufen am Herzen.