Welche Produkte lieber offline kaufen?

Online-Shopping ist bequem - aber nicht für alles die beste Wahl. Fernseher, Möbel, Kleidung und Lebensmittel zeigen ihre echten Qualitäten erst im Laden. Wir zeigen, bei welchen Produktgruppen sich der Gang in das Geschäft lohnt und worauf Verbraucher dabei achten sollten.

Menschen beim Einkaufen
Diese Produkte werden gern offline gekauft. Symbolbild: © Christian Müller

Produktgruppen im Überblick

Vier Produktgruppen, bei denen sich der Offline-Kauf besonders lohnt - mit Tipps zur Auswahl, zu Beratung vor Ort und zu typischen Fallstricken beim Online-Bestellen.

Life-Check: Wann offline einkaufen besser ist

Zugegeben: Manchmal ist Online-Shopping einfach praktisch. Wir ersparen uns das Gewühl von Menschenmassen und sind zeitlich flexibler. Umso mehr, wenn der gewählte Onlineshop zum Beispiel auch an Packstationen liefert. Ein neues Buch, ein frischer Pullover, Glühbirnen für den Flur - all dies sind Waren, die online bequem einzukaufen sind und uns das Leben an vielen Stellen erleichtern. Aber kann der Online-Handel das Offline-Einkaufen wirklich ersetzen? Wir haben ein paar Dinge zusammengetragen, die man besser einem Life-Check unterzieht.

Genaues Augenmerk bei Technik

Mit ausgefeilten Tools bietet der Elektrohandel heute an, dass man sich seinen PC aus Einzelkomponenten selbst zusammenstellt. Dabei wird auch auf eventuelle Inkompatibilität hingewiesen. Eine praktische Erfindung, die auch Laien dabei hilft, sich ihren nächsten Computer individuell zusammenzustellen. Beim dazugehörigen Monitor ist es jedoch ratsam, den Weg in den Laden anzutreten. Nur hier kann ein genaues Augenmerk auf verschiedene optische Aspekte gelegt werden: Wie ist die Bildqualität des Monitors? Nehme ich ein Flimmern wahr? Auch Einstellungsmöglichkeiten können vor Ort ausprobiert und überprüft werden. Und was für Monitore gilt, ist natürlich auch auf Fernseher übertragbar. Gerade bei modernen OLED- und QLED-Displays lohnt sich der Vergleich im Geschäft, da die Unterschiede in Kontrast und Farbwiedergabe erst im direkten Nebeneinander wirklich sichtbar werden.

Die Spiegelung, die bei Bildschirmen jeder Art eine Rolle spielt, kommt im Übrigen auch bei Armbanduhren zum Tragen. Je nach Glasbeschaffenheit einer Uhr kann es schwierig sein, die Zeit in hellem Licht abzulesen. Oder aber das Zifferblatt schluckt so viel Licht, dass dies wiederum bei schlechten Lichtverhältnissen zum Problem wird. Viele Geschäfte bieten auch den Kauf auf Raten an (Was beachten bei Ratenzahlung?).

Wenn die Sinne gefragt sind

Lust auf einen neuen Duft? Wer Parfüm kaufen möchte, das er noch nicht kennt, kommt um das Offline-Shopping nicht herum. Denn hier sind die Sinne gefragt. Auf Bewertungen anderer Nutzer zu setzen, macht beim individuellen Geruchsempfinden keinen Sinn. Auch beim Kauf von Musikanlagen oder Instrumenten ist ein Sinn gefragt: der Gehörsinn. Die feinen Nuancen lassen sich nur in einem Test vor Ort erhören. Auch hier gewinnt also offline vor dem Online-Shopping. Ähnlich ist es bei Möbeln.

Um den Sehsinn geht es beim Kauf von Brillen. Zwar bieten inzwischen auch einige Internet-Händler an, Brillen online zu kaufen - die fachgerechte Beratung durch einen guten Optiker ersetzt das jedoch nicht. Und drückt die Brille hinter den Ohren, bleibt ein Besuch bei diesem ohnehin nicht aus. Selbst der Tastsinn ist bei einigen Produkten gefragt. Können wir Kleidung, die uns von der Haptik nicht gefallen, einfach wieder zurückschicken, sieht dies bei Tastaturen oft ganz anders aus. Denn gerade für Vielschreiber sind Tastaturen wie Schuhe: Sie müssen ausprobiert werden. Zwar bietet der Handel das 14-tägige Rückgaberecht, der Aufwand des Zurückschickens ist jedoch sehr oft ungleich höher, als eine Tastatur offline zu kaufen.

Verderbliche Waren

Ein neuer Trend ist im Anmarsch. Internet-Riesen wie Amazon, aber auch größere Supermarktketten bieten inzwischen an, auch Lebensmittel nach Hause zu liefern. Während dies für mobilitätseingeschränkte Menschen und Arbeiter im Schichtdienst unbestreitbare Vorteile mit sich bringt, sind jedoch auch die Nachteile nicht von der Hand zu weisen. Gerade bei leicht verderblichen Waren wie Salat, Obst und Gemüse hat der Verbraucher hier nur wenig Einfluss darauf, welche Produkte im Warenkorb landen und ob die ausgewählten Apfelsinen tatsächlich alle frisch sind.

Ähnliches gilt für Schnittblumen. Liegen nicht unbedingt Kilometer zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten, bietet sich auch hier ein Offline-Kauf an. So wird sichergestellt, dass die Blumen nicht schon halb verwelkt beim Begünstigten ankommen. Und die meisten Verbraucher werden die individuelle Beratung durch eine Floristin oder einen Floristen zu schätzen wissen. Auch Kleidung sowie Schuhe kaufen viele Menschen immer noch lieber offline. Hier kann man einfach schneller verschiedene Modelle anprobieren und die verschiedenen Kombinationen ausprobieren. Gerade Kleidung kann etwas kleiner oder größer ausfallen. Im Geschäft kann man einfach die nächste Größe anprobieren.

L. E.

Sie schreibt über Verbraucherthemen und stellt einzelne Geschäfte und Einkaufscenter vor. Als selbst Betroffene liegt ihr besonders das Thema Barrierefreiheit beim Einkaufen am Herzen.