Versteckte Kosten: Rewe wagt spannenden Test

Zeitung zum Thema Essen und Trinken
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Der deutsche Einzelhandel befindet sich in einem ständigen Wettbewerb. Preiskämpfe sind hier an der Tagesordnung. Für den Verbraucher ist das oft positiv, denn sinkende Preise entlasten das private Haushaltsbudget. Dass manches Produkt aufgrund versteckter Kosten erheblich teurer sein müsste, hat ein Wirtschaftsinformatiker nun für die REWE Gruppe herausgefunden.

Vieles müsste deutlich teurer sein

Die Aufgabe des Wirtschaftsinformatikers Tobias Gaugler war es, die tatsächlichen Preise zu errechnen, die für einzelne Lebensmittel verlangt werden sollten. Zu versteckten Einflussfaktoren gehören dabei unter anderem Umweltschäden durch Überdüngung, Emissionen und Landnutzung. Dies verursacht erst indirekt Kosten, für die wiederum folgende Generationen gesellschaftlich zahlen müssen. Gaugler hat nun für insgesamt 16 Produkte, acht davon biologisch erzeugt, „echte“ Preise ermittelt. Die Ergebnisse überraschen auch jene, die sich auf Steigerungen eingestellt haben. Vor allem bei tierischen Lebensmitteln liegen die tatsächlichen Kosten deutlich höher als das, was der Kunde im Laden zahlt.

Konkrete Zahlen: Fünf Euro mehr für Hackfleisch

Wie viel teurer einzelne Waren sein müssten, macht Gaugler anhand konkreter Preise deutlich. So müssten 500 Gramm Hackfleisch 7,62 Euro kosten. Im Laden zahlt der Kunde jedoch nur 2,79 Euro. Die Preissteigerungen bei Milchprodukten belaufen sich auf 52 bis 122 Prozent. Die von Tobias Gaugler ermittelten Preise will die REWE Gruppe nicht nur intern verwenden, sondern auch in einer neuen Penny Filiale mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Hier werden neben den gültigen Preisschildern bei den betreffenden Produkten auch jene Preise stehen, die die versteckten Kosten beinhalten.
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