Stuttgart: Herauforderungen für den stationären Einzelhandel

Der Einzelhandel in Stttgart

09.09.2016
Stuttgarts stationärer Einzelhandel hat in den vergangenen Jahren, im Vergleich zu anderen großen Städten in Deutschland, am meisten auf Expansion gesetzt. So berichtet es das Immobilienunternehmen JLL in einer Pressemitteilung. Doch auch in Stuttgart hat der wachsende E-Commerce-Markt Auswirkungen auf das Ladengeschäft. Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen beruhigt sich, die Kunden erwarten ansprechende neue Konzepte. Darauf müssen Einzelhändler reagieren. ( Einkaufsmöglichkeiten in Stuttgart )

Die Umsätze steigen, aber …

Insgesamt behalten die Umsätze im Einzelhandel ihren Aufwärtstrend bei. Aber vor allem der Textilhandel agiert weitaus zurückhaltender. Laut JLL generiert er zwar mit 31 % immer noch den Löwenanteil am Umsatz. Aber im Jahr 2010 lag der Anteil noch bei fast 50 % — mit ein Grund, warum die Entscheider zunehmend detailliert prüfen, wo sie in Deutschland in stationäre
Einzelhandelsflächen investieren.

JLL beschreibt Stuttgart als einen dynamischen Markt. Im ersten Halbjahr wurden dort rund 15.000 m² Einzelhandelsfläche vermietet. Prozentual gesehen wächst Stuttgart im Vergleich zum Vorjahr damit am stärksten unter den zehn wichtigsten Immobilienstädten. Aber große Eröffnungen wie die des Milaneo stellen die Einzelhändler vor Herausforderungen.
Verlagerung der Besucherströme Philipp Nothdurft, Team Leader im JLL-Büro in Stuttgart, beschreibt die aktuelle Lage als Umbruchphase, die sehr viel Dynamik in den lokalen Markt bringt. Mit Milaneo kam auch Primark. ( Wichtige Shoppingcenter in Stuttgart )
Das brachte für die Kronprinzenstraße, die Eberhardstraße, die Hirschstraße und die Calwer Straße eine Verlagerung der Kundenströme mit sich, auf die die ansässigen Händler reagieren müssen. Die Königstraße bleibt weiterhin beliebt und der dortige Mietpreis mit etwa 250 EUR pro Quadratmeter stabil.
Dirk Wichner, Head of Retail Leasing bei JLL Deutschland, geht davon aus, dass die Calwer Straße als Modemeile an Bedeutung verliert. Chancen sieht er in einer Mischung aus Trendläden und
Gastronomie. Nothdurft vermutet eine Phase der Veränderung, die noch 3 bis 5 Jahre anhalten wird. Die größte Herausforderung für Stuttgart besteht darin, weiterhin Attraktivität und Anziehungskraft auszustrahlen, um Einwohner, Kunden aus dem Umland und Touristen in die Stadt zu bringen. Nothdurft nennt als Voraussetzung dafür eine funktionierende Infrastruktur mit einem guten ÖPNV. ( Text: lPP; Foto: © Manuel Schönfeld)
Verkaufsoffene Sonntage in Stuttgart