Studie: Ladendiebstähle reißen große Löcher

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Langfinger machen deutschen Einzelhändlern schon seit Jahren das Leben schwer. Nicht nur in Supermärkten, sondern auch in Bekleidungsgeschäften, an Kiosken und in Fachmärkten kommt es immer wieder zu Diebstählen, die sich über das Jahr hinweg summieren. In der Studie „Inventurdifferenzen 2018“ berichtet das EHI Retail Institut nun darüber, wie groß der Schaden tatsächlich ist.

Einbußen in Milliardenhöhe

Die Studie bezieht sich auf das Wirtschaftsjahr 2017. Hier zeigt sich, dass der Einzelhandel einen Schaden in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro durch Ladendiebstahl zu beklagen hatte. Die gesamten Einbußen, die im Rahmen von Inventurdifferenzen festgestellt wurden, belaufen sich auf 4,1 Milliarden Euro. Das zeigt, dass Diebstähle einen Großteil des Schadens verursachten. Dabei interessant ist außerdem, wer für die Diebstähle verantwortlich ist. Nicht immer nämlich sind das nur Kunden. Sie stahlen in 2017 Waren im Wert von rund 2,28 Milliarden Euro. Ebenfalls unter die Langfinger gegangen sind jedoch auch Mitarbeiter und Servicekräfte.
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Die Gründe sind vielfältig

Dabei stellt sich Einzelhändlern immer wieder die Frage, warum es überhaupt zu Ladendiebstählen kommen kann. Wie das EHI anmerkt, liegt die Dunkelziffer bei dieser Form der Kriminalität auf extrem hohem Niveau von über 98 Prozent. So bemerken viele Einzelhändler gar nicht, wenn sich Kunden oder Mitarbeiter an ihrem Bestand bedienen. Ein Umstand, der Langfingern in Deutschland das Leben erleichtert, sind die immer längeren Öffnungszeiten bei gleichbleibendem Personalbestand. Oft ist es Mitarbeitern dann gar nicht möglich, Diebe zu bemerken.

Hier ist am 08.07.2018 verkaufsoffener Sonntag

Foto: © Zerbor