Streit zwischen dm und Alnatura entschieden

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Schon in den Achtzigerjahren schlossen die Drogeriekette dm und der Lebensmittelhersteller Alnatura einen Vertrag. Dieser sollte die Kooperation beider Unternehmen reglementieren und räumte dm ein Mitspracherecht rund um die Entscheidungen seines Partners ein. Als Alnatura diesen Vertrag Ende 2014 kündigte, sah sich dm zu Unrecht benachteiligt und klagte. Vor dem Darmstädter Landgericht musste das Unternehmen nun jedoch eine Niederlage hinnehmen.

Alnatura darf frei entscheiden

Wie das Gericht entschied, war die Entscheidung Alnaturas, dm seit Ende 2014 nicht mehr exklusiv zu beliefern, rechtmäßig. Dm hatte geklagt, da Alnatura mit weiteren Vertriebspartnern wie Edeka und Müller kooperierte, ohne zuvor Rücksprache gehalten zu haben. Auch über Rechnungen, die dm eigenmächtig gekürzt hatte, entschied das Gericht. Das Ergebnis: Alnatura darf weiterhin mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten und dm muss seinem einstigen Vertriebspartner rund 2,3 Millionen Euro zahlen. Ob sich dm mit diesem Urteil einverstanden zeigen oder Berufung einlegen wird, bleibt indes abzuwarten.

Entscheidung hilft Alnatura

Die Unterstützung, die das Gericht Alnatura in seinem Urteil zuteil werden ließ, ist für das Unternehmen nicht unwichtig. So kämpft Alnatura schon länger mit Umsatzverlusten. Diese entstanden vor allem durch die Entscheidung von dm, eine eigene Bio-Linie einzuführen. Die Strategie, weitere Kooperationen einzugehen, war letztlich lebensrettend für Alnatura.

Doch auch abseits dieser Streitigkeit bleibt die Stimmung zwischen dm und Alnatura wenig versöhnlich. So wird das Frankfurter Oberlandesgericht im kommenden Februar einen weiteren Fall verhandeln, in dem sich der dm Gründer die Rechte an der Marke Alnatura erklagen möchte. (Foto:© Zerbor)