Mehrwertsteuersenkung: Teures Unterfangen für den Einzelhandel

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Die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 und von sieben auf fünf Prozent soll der deutschen Wirtschaft in Zeiten der Coronakrise wieder auf die Beine helfen. Dass hiermit jedoch große Umstellungen verbunden sind, die der Einzelhandel innerhalb weniger Wochen vornehmen muss, setzt manches Unternehmen auch finanziell unter Druck.

Aufwand kostet Geld

Mit der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer verbunden sind einige Pflichten, denen sich Einzelhändler stellen müssen. So ist es notwendig, Kassensysteme umzustellen, Preisschilder zu aktualisieren und auch Werbung neu zu gestalten. Die Kosten, die diese Aufgaben mit sich bringen, könnten laut Stefan Genth, dem Hauptgeschäftsführer des deutschen Handelsverbandes, im hohen zweistelligen Bereich liegen. Problem an der Sache ist auch, dass die Umstellung in rund einem halben Jahr wieder rückgängig gemacht werden muss.

Rechnungsrabatte könnten helfen

Eine Möglichkeit, die den Aufwand reduzieren könnte, ist der sogenannte Rechnungsrabatt. Dieser wird an der Kasse erst beim Bezahlvorgang vorgenommen. Preise und Angaben an den Regalen hingegen bleiben unverändert. Der Rechnungsrabatt dient dann dazu, die neue Mehrwertsteuer erst im letzten Schritt geltend zu machen. Für den Verbraucher jedoch ist dies möglicherweise mit mangelnder Transparenz verbunden, da die neuen Preise nicht ausgeschildert sind. Inwiefern die Kundschaft dies akzeptiert, ist unklar.
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