Klares Nein zum zweiten Preisschild vom HDE

15.09.2016
Ökoetikett: Klares Nein zum zweiten Preisschild – Kommentar von Kai Falk HDE-Geschäftsführer für Nachhaltigkeit und Kommunikation

In ihrem Umweltprogramm 2030 schlägt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ein Ökoetikett vor.

ökoDas „zweite Preisschild“ soll Umweltwirkungen von besonders umweltrelevanten Produkten wie Elektrogeräten aufzeigen und die Verbraucher beim nachhaltigen Einkauf unterstützen. Wie die Pläne umgesetzt werden können, lässt die Ministerin noch offen, aber genau das ist der Knackpunkt. Bereits heute gibt es ausreichend viele Siegel, die den Konsumenten Orientierung zu den Umweltwirkungen einzelner Produkte geben und die inzwischen auch eine hohe Marktbedeutung besitzen. Die Verbraucher wissen, dass sie sich auf die Einhaltung bestimmter Standards verlassen können, die ihnen für die jeweilige Produktgruppe besonders wichtig sind. Bei Elektrogeräten ist das beispielsweise der Stromverbrauch. Das bekannte und gut etablierte Energielabel hat nicht nur die Transparenz für den Kunden im Fachgeschäft deutlich erhöht, es hat zugleich den Wettbewerb zwischen den Herstellern angeheizt, Geräte mit einem möglichst geringen Verbrauch zu produzieren. Für die Kaufentscheidung hat dieses Label somit eine hohe Relevanz.

Zusätzliche Informationen über den Ressourceneinsatz und die Produktionsbedingungen können sich die Kunden in den meisten Fällen im Geschäft, bei den Herstellern oder mittels anderer öffentlicher Quellen beschaffen. Ein zweites Preisschild würde nicht zu mehr Transparenz führen, die Unternehmen aber mit mehr Bürokratie und hohen Kosten belasten. Vom Handel zu diesen Vorschlägen deshalb ein klares Nein!
(Eine Pressemitteilung vom Handelsverband Deutschland – HDE e.V. vom 14.09.2016, Foto: © Schulz-Design )

Lesen Sie auch unsere Tipps zum Umweltschutz beim Einkaufen