Innova – Ende einer Erfolgsgeschichte

Berliner Traditionsunternehmen Innova gibt auf

10.09.2016
Das in Berlin ansässige Traditionsunternehmen Innova ist pleite. Über 30 Jahre lang verkaufte das Unternehmen Küchen, Möbel und Elektrogeräte. „Wir unterbieten fast jeden Preis“ hieß es lange
Zeit auf der Homepage der Firma. Nun ist das Konzept gescheitert.

Ende einer Erfolgsgeschichte

Gerade mal mit vier Mitarbeitern begann die Unternehmensgeschichte der Innova im Jahr 1987. Damals wurde in der Berliner Riehlstraße das erste Einzelhandelsgeschäft mit einer Verkaufsfläche von 100 Quadratmetern eröffnet. Bis zum Schluss lautete die Unternehmensphilosophie, dem Kunden einen
optimalen Service bei kleinen Preisen zu bieten. Die Strategie ging lange Zeit auf: Mit mehr als 200 Mitarbeitern erzielte die Gruppe zuletzt ein Umsatzvolumen von 100 Mio. Euro. Im Laufe der Jahre eröffnete Innova acht weitere Fachmärkte sowie sieben kleinere Geschäfte. Doch nun hat die Erfolgsstory ein Ende. Bis zum Schluss hatten die Verantwortlichen versucht, mittels neuer
Investoren und mit eigener Verwaltung das Traditionshaus weiterzuführen. Am 28. Juli hatte Vorstand Henry Neumann schließlich bei einer Betriebsversammlung in der Filiale am Theodor-Heuss-Platz sämtliche Versuche für gescheitert erklärt. Verantwortlich sei insbesondere der Konkurrenzdruck aus dem Internet, der zu immer stärker sinkenden Margen geführt habe.

Konsequenzen für Kundschaft

In den Filialen wie etwa an der Rathausstraße am Alexanderplatz ist die „Abwicklung“ bereits in vollem Gange. „Alles muss raus“, heißt es hier. Überall hat der Abverkauf der Restware begonnen. In den nächsten Tagen soll dieses Geschäft genauso wie alle anderen in der Stadt leer sein. Inzwischen hat das Unternehmen sämtliche Arbeitsverträge zum 31. Oktober gekündigt. Mehr als die Hälfte der Belegschaft hat die Firma bereits vorzeitig verlassen. In einem „Eigenverwaltungsverfahren“ hat Innova vor dem Amtsgericht Charlottenburg beantragt, sich selbst sanieren zu dürfen. Dem hat das Gericht zugestimmt. Der Geschäftsbetrieb soll dabei wie bislang weiterlaufen. Kunden, die bei Innova in den letzten Wochen Produkte bestellt und angezahlt haben, sollen trotz der Insolvenz ihre Bestellungen erhalten. Gewährleistungen für Elektrogeräte etc. gehen auf die Verwertungsgesellschaft MHZ über. Gutscheine sowie Serviceverträge verfallen hingegen.
(Ohne Gewähr, Foto oben: © Ralf Geithe)

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