Euler Hermes setzt Kaufhof unter Druck

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Die rosigen Zeiten scheinen auch beim Einzelhandelsriesen Kaufhof vorüber zu sein. Wie nun bekannt wurde, hat der Kreditversicherer Euler Hermes Bedenken hinsichtlich der Liquidität des Unternehmens. Alle Zulieferer wurden bereits über die eingeschränkten Garantiezusagen informiert. Für Galeria Kaufhof könnten die kommenden Monate existenzielle Bedrohungen auf den Plan treten lassen. Überleben ist nun eine Frage der Strategie.

Kürzungen in großem Stil

Die Warenkreditversicherung, die Euler Hermes Kaufhof bislang gewährte, hat der Versicherer nun um ganze achtzig Prozent gekürzt. Vor allem die wenig vielversprechenden Geschäftszahlen von Kaufhof machten diesen Schritt notwendig. Dass dieses Vorgehen seitens Euler Hermes ein Indikator für karge Zeiten ist, beweisen auch die Geschichten anderer Unternehmen wie Arcandor und Schlecker. Auch ihnen gingen Warenkreditversicherungen verloren, was langfristig zu immer schlechteren finanziellen Verhältnissen und letztlich der Insolvenz führte.

Finanzielle Bedrängnis voraus

Das Fehlen einer ausreichenden Absicherung könnte Zulieferer nun dazu bewegen, vor der Auslieferung von Waren an Kaufhof Anzahlungen oder Vorkasse zu verlangen. Kaufhofs Finanzkraft könnte dieser Veränderung jedoch unter Umständen nicht gewachsen sein. Künftig also heißt es auch hier, umfangreiche Sparmaßnahmen vorzunehmen, um die Versorgung der Filialen mit Ware zu ermöglichen. Der Versuch, Lücken durch attraktive Rabatt-Aktionen zu schließen, scheint gescheitert. Wie sich die Situation des Einzelhandelsunternehmens weiter entwickeln wird, bleibt spannend.

Foto: © Zerbor

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