„One Stop Shopping“ – Trend mit zwei Gesichtern

Wie sich das Einkauf-Verhalten geändert hat

Blick in einen Supermarkt

Einkaufen ist ein wichtiger Bestandteil des Alltages vieler Menschen. Experten beobachten jedoch seit einiger Zeit, dass Kunden immer weniger Zeit in ihre Einkäufe investieren. Das sogenannte „One-Stop-Shopping“, bei dem der Kunde für seinen Einkauf nur ein Geschäft ansteuert und kaum zu „Bummeln“ neigt, wirkt sich dabei sowohl auf Supermärkte als auch auf Fußgängerzonen und Einkaufscentren aus. Für den Einzelhandel könnte sich dieser Trend zunehmend zu einem Problem entwickeln.

Das neue Einkauf-Verhalten

Noch vor einigen Jahren verlief der klassische Wocheneinkauf zeitintensiver und beinhaltete mehrere Stopps. Beim Metzger bekamen Kunden Fleisch, beim Bäcker Brot und im Feinkostladen Besonderheiten für die eigene Küche. Gemüse wurde auf dem Markt oder beim Gemüsehändler gekauft und auch für Fisch oder internationale Spezialitäten gab es bestimmte Geschäfte. Für den restlichen Einkauf standen dann die Supermärkte bereit. Heute sieht das anders aus. Wie die GfK berichtet geht der durchschnittliche Deutsche jährlich etwa 228 mal einkaufen, was knapp sechs Prozent weniger als noch vor vier Jahren ist. Besonders hart trifft es Wochenmärkte und Fachgeschäfte, denn hier bleiben knapp zehn Prozent der Kundenbesuche inzwischen aus. Lesen Sie auch: Den Wochenendeinkauf sorgfältig planen

Ein Plus für Supermärkte

Während sich Fachgeschäfte und Händler auf Märkten und in Innenstädten angesichts der Entwicklung Sorgen machen, sind die Supermärkte heimliche Gewinner. Sie haben ihr Sortiment inzwischen deutlich ausgeweitet, sodass der Kunde kaum mehr als einen Besuch benötigt, um seine Wünsche zu erfüllen. Fleisch, Brot, Fisch, Käse und andere frische Produkte erhalten Kunden inzwischen an verschiedenen Theken in ein und demselben Geschäft. Die zusätzliche Fahrt zum Fleischer oder Gemüsehändler entfällt. „Shop in Shop“ Konzepte verbinden den Einkauf im Supermarkt sogar mit Bekleidungs-Shopping oder der Suche nach neuen Wohnaccessoires. Für den Kunden bedeutet dies vor allem Zeitersparnis. Kaum jemand hat heute noch Zeit für ausgedehnte Einkaufsfahrten, denn Beruf und Familie fordern stark. Wie sich die Situation verändern wird und ob es langfristig Hoffnung für spezialisierte Geschäfte geben wird, bleibt abzuwarten.
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