Wachsendes Problem: Diebstahl im deutschen Einzelhandel

Eine Überwachungskamera

Schon seit etlichen Jahren sind Diebstähle ein fester Bestandteil des Alltags zahlloser Einzelhändler. Waren, die unerlaubt aus den Regalen genommen und nicht bezahlt werden, reißen unter Umständen ein tiefes Loch in die Geldbörsen der Ladenbesitzer. Dass es in Deutschland nun jedoch immer schlimmer wird, beweist eine Studie, die das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (EHI) durchgeführt hat.

Diebstähle in 2015 auf hohem Niveau

Ganze 2,24 Milliarden Euro verloren deutsche Einzelhändler im vergangenen Jahr an Ladendiebe. Auch die Polizei selbst hat den besorgniserregenden Trend längst erkannt, denn in 2014 lag der Wert der gestohlenen Waren noch knapp 100 Millionen Euro niedriger. Insbesondere Banden, die den Diebstahl in Einzelhandelsgeschäften organisieren und durchführen, stellen ein zunehmendes Problem dar. Dabei handelt es sich nicht – wie so oft propagiert – um eine Nebenwirkung steigender Asylbewerberzahlen, denn die organisierten Kriminellen fallen zumeist nicht in diese Bevölkerungsgruppe. Als problematisch erweist sich vielmehr die Tatsache, dass ein Großteil der gefassten Diebe oft keine drastischen Folgen oder Strafen zu befürchten hatte. Vielmehr wurden zahlreiche Verfahren eingestellt, was die Hemmschwelle für weitere Straftaten deutlich herabsenkt.

Was der Einzelhandel gegen Diebstahl tut

Mit besseren und vor allem umfangreicheren Überwachungssystemen wollen Einzelhändler gegen die wachsenden Diebstähle in Deutschland vorgehen. Es soll möglich sein, potenziellen Dieben allein durch das Vorhandensein einer soliden Überwachungsanlage den Mut zu rauben und die Durchführung krimineller Taten so zu verhindern. Zusätzlich erhofft sich der Einzelhandel Hilfe durch das Engagieren von Ladendetektiven und Security Personal. Doch auch die Zivilcourage ist ein nicht zu unterschätzendes Detail. Wer also künftig in der Stadt unterwegs ist und einen Ladendiebstahl beobachtet, sollte sich umgehend an einen Mitarbeiter wenden und das Gesehene schildern. Selbst einzugreifen ist jedoch keine gute Idee, denn gerade beim organisierten Verbrechen handelt es sich häufig um Täter, die sich im Ernstfall auch mit Gewalt wehren.

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