Wien: Erster Supermarkt für Arbeitslose

Supermarkt für Arbeitslose

Die Caritas in Wien sorgte kürzlich mit einem besonderen Projekt für Aufsehen. Ein Supermarkt im Stadtteil Favoriten nämlich betreibt die Hilfsorganisation nicht mit „gewöhnlichen“ Angestellten, sondern stellt bewusst Langzeitarbeitslose ein. Das Projekt soll den Betroffenen dabei helfen, den Weg zurück in das Arbeitsleben zu finden und in Zeiten der Arbeitslosigkeit Hoffnung bieten.

Der Caritas-Markt ist ein Spar

Für ihr Projekt entschied sich die Caritas, als Franchisenehmer des Unternehmens Spar zu agieren. Mit indirekter Förderung des AMS soll das Projekt als langfristige Alternative zu Hilf- und Sinnlosigkeit dienen. Hier werden Langzeitarbeitslose in ein Arbeitsverhältnis aufgenommen und können sich so in der Arbeitswelt zurechtfinden. Den Betroffenen soll durch die Arbeit im Supermarkt jedoch nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung geboten werden. Auch sorgt die professionelle Anlernung dafür, dass die Arbeitslosen nach einer Weile in einen regulären Spar Markt umziehen dürfen.

Fluktuation steht hier für Erfolg

Kunden, die im Spar Markt in Wien Favoriten einkaufen gehen, werden sich an häufig wechselnde Gesichter gewöhnen müssen. So können die Mitarbeiter des Marktes nach einer erfolgreichen Einarbeitung von etwa sechs Monaten in ein reguläres Angestelltenverhältnis wechseln und der Langzeitarbeitslosigkeit entkommen. Die so freiwerdenden Plätze nehmen dann wiederum andere Langzeitarbeitslose ein. Auch wenn sich dieser Markt aufgrund des vergleichsweise hohen Personaleinsatzes nicht selbst tragen kann, gilt das Projekt als wegweisend in der Lösung des Arbeitslosigkeits-Problems. In Österreich gibt es bereits weitere Märkte, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Ob dieses Vorgehen auch in Deutschland umgesetzt werden wird, bleibt indes abzuwarten.

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Foto: © Kwangmoo