Mobilität: Wie weit entfernt ist der nächste Supermarkt

Supermärkte auf dem Land zu weit entfernt

Foto: © coffmancmu

Immer wieder kritisieren Verbände und Verbraucher die Tatsache, dass es für Menschen im ländlichen Raum schwer ist, sich unkompliziert mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Supermärkte, so die allgemeine Auffassung, sind in Gebieten fernab großer Städte Mangelware. Ob dies den Tatsachen entspricht, hat nun das Thünen-Institut für Ländliche Räume genauer beleuchtet.

Wer ein Auto hat, hat es leichter

Wie das Institut bekannt gab, liegt die durchschnittliche Entfernung zwischen ländlichen Ortschaften und Supermärkten bei rund 2,7 Kilometern. In einigen Teilen Deutschlands jedoch fällt sie deutlich größer aus. So liegt der Durchschnitt im Saarland bei knapp 4,4 Kilometern. Wer nun zu Fuß einkaufen gehen möchte, hat ein Problem. Aus einem kleinen Spaziergang wird dann schnell eine Wanderung, die hin und zurück mehr als zwei Stunden in Anspruch nimmt. Weder für den wöchentlichen Großeinkauf noch für Senioren ist das praktikabel. Ein Auto, das zeigen die Zahlen, bleibt im ländlichen Raum unverzichtbar. Lesen Sie auch: Den Wochenendeinkauf sorgfältig planen und Wie oft einkaufen?

Kleinere Läden sterben aus

Im Grunde wäre das alles halb so schlimm. Immerhin gibt es in vielen kleineren Ortschaften auch heute noch Mini-Märkte, sogenannte „Tante Emma“-Läden, in denen sich Einwohner mit den nötigsten Dingen versorgen können. Diese Läden jedoch sind inzwischen immer seltener zu sehen. Seit 2006 ist ihre Anzahl um fast neunzig Prozent geschrumpft. Es müssen also neue Wege gefunden werden, um Menschen ohne PKW im ländlichen Raum weiterhin an das Versorgungsnetz anzuschließen. Wie das gelingen kann, ist bisher allerdings ungeklärt.

Probieren Sie doch einfach am kommenden Sonntag mal aus wie weit Sie es bis zum nächsten Supermarkt haben. In vielen Städten ist am 28.10.2018 Verkaufsoffener Sonntag:

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