Eskalation im Streit zwischen dm und Rossmann

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Schon seit mehreren Wochen wird der Streit zwischen den beiden Drogerieketten dm und Rossmann heiß diskutiert. Grund für die Auseinandersetzung: Dm veranlasst seine Mitarbeiter, reduzierte Produkte bei Rossmann einzukaufen und dann in ihrer Filiale in die Regale zu stellen. (Angebots-Skandal: DM kauft bei der Konkurrenz) Was aus wettbewerbsrechtlicher und durchaus auch moralischer Sicht zweifelhaft erscheint, sorgt nun in Bedburg-Hau für einen handfesten Streit.

Was in Bedburg-Hau geschah

Als die dm-Mitarbeiterin Giannina Zentrich in einer Rossmannfiliale einkaufen wollte, weigerte sich das Rossmann Personal, ihr die Waren zu verkaufen. Angesichts der großen Anzahl an Produkten, die Zentrich an diesem Tag in ihren Wagen geladen hatte, vermuteten die Rossmann Mitarbeiter, dass es sich um einen der Konkurrenzkäufe handelt. Um diesem Vorgehen Einhalt zu gebieten, reduzierten die Rossmann Mitarbeiter den Einkauf Zentrichs deutlich. Sie sollte maximal drei Exemplare eines jeden Produktes einkaufen dürfen, war damit jedoch nicht einverstanden. Bei ihrer Entscheidung berief sich das Rossmann Personal auf eine Anweisung aus der Zentrale des Unternehmens.

Eskalation an der Kasse

Giannina Zentrich, die sich laut eigener Aussage gedemütigt und diskriminiert gefühlt hatte, erstattete im Rahmen des Streits Anzeige wegen Beleidigung. Die hinzugerufenen Polizeibeamten nahmen jedoch nicht nur die Anzeige auf, sondern nahmen auch Aussagen des Rossmann Personals auf und beschäftigten sich mit dem Bildmaterial, das die Überwachungskameras aufgezeichnet hatten. Auch wenn Zentrich ihre Anzeige inzwischen zurückgezogen hat, bleibt ein fader Beigeschmack. So gibt es kein grundsätzliches Verbot, Waren bei der Konkurrenz einzukaufen. Um Eskalationen wie die in Bedburg-Hau künftig vermeiden zu können, weist dm seine Mitarbeiter außerdem an, nur haushaltsübliche Mengen einzukaufen und die Beschaffung der Waren auf mehrere Einkäufe zu verteilen.

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