Kükentöten: Einzelhandel kritisiert zu schnelles Vorgehen

Zeitung mit Wirtschaftsnachrichten

Um ausreichend Eier für den Einzelhandel produzieren zu können, ist die Industrie auf weibliche Küken angewiesen. Schlüpfen jedoch männliche Küken aus den Eiern, werden diese meist getötet. Das allerdings ist für viele Verbraucher und Tierschützer ein gewaltiges Problem. Ein Verbot des Kükentötens stellt für sie die einzig sinnvolle Lösung dar. Der Einzelhandel jedoch sieht in diesem Schritt eine große Gefahr.

Technischer Fortschritt nicht einziger Anhaltspunkt

Wie Experten aus dem Einzelhandel zu bedenken geben, birgt ein zu schnell durchgesetztes Verbot gewisse Risiken. So ist es zwar möglich, das Geschlecht von Küken schon vor dem Schlüpfen zu bestimmen und so das Töten zu verhindern. Das aber ist nicht überall der Fall, weswegen ein plötzliches Verbot Brütereien vor große Herausforderungen stellen kann. Die mögliche Folge: Brütereien wandern in das nahe gelegene Ausland ab und umgehen so das Verbot. Ein Problem für Deutschlands Wirtschaft, denn so entfallen auch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Übergangsfristen gefordert

Langfristig spricht nichts gegen ein Verbot des Kükentötens. Hierin sind sich auch Einzelhandelsvertreter einig. Dennoch müssen Regelungen Schritt für Schritt eingeführt werden, um Brütereien nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Erst wenn die Bestimmung des Geschlechts ohne Zeitverluste möglich ist, kann über ein finales Verbot nachgedacht werden. Wie sich dies jedoch umsetzen lässt, bleibt abzuwarten.

Lesen Sie auch:

Foto: © Zerbor