Tierwohl: H&M verabschiedet sich von Kaschmir

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(Foto: © Zerbor )

Wolle, Leder, Seide: Tierische Materialien sind in der Bekleidungsbranche keine Seltenheit. Oft gelten Kleidungsstücke aus diesen Rohstoffen als besonders hochwertig und werden zu entsprechend gehobenen Preisen verkauft. Kaschmir gehört zu genau dieser Gruppe. Vor allem Schals und Pullover werden gerne aus dem Ziegenhaar hergestellt. H&M will nun jedoch den Verkauf von Kaschmir einstellen. (Weitere Modegeschäfte in Deutschland)

Tierschützer decken Missstände auf

Wer Kaschmir trägt, denkt in den meisten Fällen kaum an die Tiere, die dieses Haar liefern. Zusätzlich gehen viele Verbraucher davon aus, dass Rohstoffe wie Wolle und Ziegenhaar auf schmerzlose und tierfreundliche Weise gewonnen werden. Dass das nicht stimmt, haben Aktivisten von PETA nun öffentlich gemacht. Mit einem Video zeigen die Tierschützer die vielfältigen Qualen der Ziegen in der Mongolei und in China. Zustände, die H&M nun nicht mehr unterstützen möchte.

Gute Quellen sind rar

Selbstverständlich gibt es auch Ziegenfarmen, die ihre Tiere artgerecht halten und bei der Schur nicht quälen. Das Problem an der Sache ist jedoch, dass rund neunzig Prozent der weltweiten Kaschmirproduktion in China und der Mongolei lokalisiert sind. Entsprechend schwierig ist es für H&M, nachhaltige und tierfreundliche Bezugsquellen zu finden. Daher wird das Unternehmen eigenen Angaben zufolge ab 2020 keine Kaschmir-Kleidung mehr verkaufen. Ob sich das in Zukunft noch einmal ändern wird, dürfte mit der Entwicklung der Kaschmir-Branche zusammenhängen.

Übrigens: Am kommenden Sonntag (26.05.2019) ist in diesen Städten Verkaufsoffener Sonntag!