Bonpflicht ab 2020: Kein Grund zur Freude

Kasse im Supermarkt
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In 2020 wird sich im Einzelhandel sicher wieder vieles ändern. Eine Neuerung steht mit der Bonpflicht – genauer Belegausgabepflicht – schon jetzt fest und ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan. Im kommenden Jahr nämlich fällt der Startschuss für die Verpflichtung eines jeden Einzelhändlers, für jeden seiner Verkaufsvorgänge einen Bon auszustellen und an den Kunden zu geben. Das jedoch ist angesichts der Umweltschutzbemühungen vieler Menschen eine Farce.

Kilometerweise Bonpapier

Ab kommendem Jahr erhält der Verbraucher grundsätzlich einen Kassenzettel. Das Brötchen beim Bäcker, die Zeitung am Kiosk oder auch das Eis an der Strandbude wurden bisher jedoch ohne Bon abgerechnet. In manchen Geschäften ist die Ausgabe von Bons tatsächlich gänzlich ungewohnt und auch der Verbraucher vermisst die kleinen, weißen Zettel nicht. Wie sich die neue Pflicht auswirken wird, haben Experten bereits festgestellt: So werden vermutlich über zwei Millionen Kilometer mehr Bonpapier verbraucht. Eine Zahl, die mit einer ressourcenschonenden und nachhaltigen Wirtschaft nicht zu vereinen ist.

Kassenbons sind nicht nur aus Papier

Bei Belegen, die Kunden an Kassen erhalten, handelt es sich in den meisten Fällen um Thermopapier. Dieses darf nicht im Papiermüll entsorgt werden, da es sich oft um mit Bisphenol A beschichtetes Papier handelt. Da diese Chemikalie den Hormonhaushalt von Lebewesen durcheinanderbringen kann, ist eine fachgerechte Entsorgung wichtig. Somit fließt das zusätzliche Bonpapier nicht einmal in den Recycling-Kreislauf. Unternehmen, die ihre Kassen noch nicht umgestellt haben, können sich ein wenig Zeit lassen. Ende September muss aber jeder vorschriftskonform handeln.

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