Einzelhandel: Großer Ärger um Tierwohl Label

Zeitung zum Thema Essen und Trinken
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Wer heute noch Fleisch isst, muss sich nicht selten hierfür rechtfertigen. Immer deutlicher wird der gesellschaftliche Wandel, der eine Abkehr von tierischen Lebensmitteln aus ethischen Gründen fordert. Das Tierwohl nämlich ist in der konventionellen Massentierhaltung bedroht. Mit dem Tierwohl Label aber soll sich das nun ändern. Kritiker jedoch sehen in diesem Label keine sinnvolle Lösung. (Lesen Sie auch: Lebensmittel offline kaufen)

Das Tierwohl Label als Farce

Wie Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, vor einigen Wochen verkündete, soll das Tierwohl Label für eine bessere Haltung von Nutztieren stehen. In der Realität aber sind die Veränderungen nur marginal. Hat ein 110 Kilogramm schweres Schwein in der konventionellen Tierhaltung rund 0,75 Quadratmeter Platz, schreibt das Tierwohl Label 0,9 Quadratmeter vor. Viel zu wenig für Tiere dieser Größe, wie zahlreiche Tierschützer mahnen. Auch andere Verbesserungen wirken nur auf den ersten Blick gut.

Auch Politiker kritisieren das Label

Nicht nur Tierschützer stellen sich öffentlich gegen das neue Tierwohl Konzept. Die frühere Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Renate Künast, fand ebenfalls deutliche Worte. Der Platz pro Tier sei noch immer zu gering. Auch die Tatsache, dass das Tierwohl Label lediglich freiwillig ist, kritisiert sie. Besser wäre es gewesen, einen gesetzlichen Standard zu erschaffen, der dem Tierwohl langfristig betrachtet mehr gebracht hätte. Das aber dürfte schwer sein, denn laut Bauernverband wären mit den geforderten Veränderungen Mehrausgaben verbunden, die ohne finanzielle Unterstützung nicht zu stemmen sind.

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