Garantie versus Gewährleistung - worauf achten?

Garantie versus Gewährleistung

Verbraucher neigen dazu, Garantie und Gewährleistung als ein und dasselbe zu definieren, nur sind dies zwei verschiedene Sachlagen. Zeigt der neue LED-TV nach sieben Monaten plötzlich Pixelfehler, tönt es schnell: Kein Problem, da ist ja noch Garantie drauf! Doch hat ein Händler oder Hersteller keine freiwillige Garantie im Vertrag vereinbart, kann sich ein Kunde nur auf die gesetzliche Gewährleistungspflicht berufen.

Unterschiede zwischen Garantie und Gewährleistung

Die Garantie im Handel nennt sich entweder Beschaffenheits- oder Haltbarkeitsgarantie und wird im Regelfall für technische Produkte herausgegeben. Händler oder Hersteller können freiwillig zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistungspflicht eine Garantie erklären und damit die Funktionstüchtigkeit oder die Lebensdauer eines Produktes bestätigen. Diese Garantie muss bei Vertragsschluss schriftlich in einer Garantieerklärung genau definiert sein. Die Inhalte dieser Erklärung können vom Händler oder Hersteller frei gewählt werden, so etwa die Dauer oder der Umfang. Oftmals schließen die Garanten dabei spezielle Teile eines Gerätes aus, zum Beispiel den Akku eines Notebooks oder den Filter im Staubsauger. Im Gegensatz zur freiwilligen Garantie müssen die Händler bzw. Hersteller die gesetzliche Gewährleistung übernehmen. Sie besagt, dass ein Verbrauchsgut in mangelfreiem Zustand verkauft wird.

Was muss ich bei einem Gewährleistungsanspruch beachten?

In § 437 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist geregelt, welche Rechte und Pflichten mit der Gewährleistung einhergehen. So verpflichtet sich der Verkäufer, die Ware mangelfrei zu liefern. Tritt dennoch ein offensichtlicher oder versteckter Mangel in Erscheinung, kann der Käufer vom Verkäufer eine Nacherfüllung verlangen - sprich: die Ware muss entweder repariert oder mit einer gleichwertigen Ware ersetzt werden. Tritt nach zwei Versuchen nach wie vor ein Fehler auf, können Käufer ein Rücktrittsrecht in Anspruch nehmen, den Kaufpreis angemessen mindern bzw. Schadensersatz geltend machen. Der Gewährleistungsanspruch gilt in der Regel für 2 Jahre ab Kauf, bei Gebrauchsgütern wie Gebrauchtwagen oder technischen Geräten aus zweiter Hand, kann die Gewährleistungsfrist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf ein Jahr verkürzt werden. Nur in wenigen Fällen gibt es Ausnahmen in der gesetzlichen Gewährleistung, zum Beispiel bei Privatverkäufen im Internet. Diese Modifikationen hat der Gesetzgeber ebenfalls im Bürgerlichen Gesetzbuch definiert. Gut zu wissen für Verbraucher ist bezüglich des Gewährleistungsanspruchs, dass in den ersten sechs Monaten nach Übergang des Kaufgegenstandes an den Kunden die Beweislastumkehr besteht. Der Verkäufer muss dem Kunden nachweisen, dass dieser den Schaden verursacht hat. Ab dem siebten Monat jedoch ist der Kunde in der Beweispflicht und muss belegen, dass der Mangel bereits beim Kauf vorhanden war. Für beide Parteien ist diese Beweispflicht sehr schwierig umzusetzen.

Gibt es einen Garantieausschluss?

Händler definieren in der Regel immer einen Garantieausschluss in den Vertragsbedingungen. Dieser besagt meist, dass Schäden, die durch den Käufer aufgrund unsachgemäßer Verwendung verursacht wurden, nicht ersetzt werden. Eigenhändige Reparaturen am Netzteil des Laptops, Schäden durch Fallenlassen oder ein defektes Smartphone aufgrund von Wasserschäden fallen demnach beispielsweise nicht in die Garantieleistung des Händlers.

  • Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung, ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht.
  • Trotz Garantie bleibt die Gewährleistungspflicht erhalten.
  • Die Leistungen im Garantiefall und die Dauer der Gültigkeit werden in der Garantieerklärung definiert und können je nach Vertrag sehr unterschiedlich ausfallen.
  • Innerhalb der ersten sechs Monate nach Kauf kann die Inanspruchnahme der Gewährleistung sinnvoller sein, als die der Garantie.
  • Ansprüche an die Gewährleistung oder Garantie müssen schriftlich erfolgen.

Beachten Sie bitte: Unser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar! Bitte lassen Sie sich von einem Anwalt beraten!
Foto: © Marco2811 / Text: C. D.

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