Einkaufen ist für Senioren oft eine Herausforderung

Senioren beim Einkaufen

Schwergängige Einkaufswagen, enge Gänge und kurze Kassenzonen stehen nur beispielhaft für die Hürden, die Senioren beim Einkauf meistern müssen. So wird der Wochenendeinkauf, der früher noch problemlos im Laden um die Ecke erledigt wurde, zur echten Herausforderung. Im Zeichen des demographischen Wandels und der damit verbundenen Zunahme von Senioren in den Geschäften, beginnt der Handel langsam umzudenken.

Wie sieht ein seniorenfreundlicher Supermarkt aus?

Die Generation 60+ legt sehr viel Wert darauf, selbstständig zu bleiben und den Alltag möglichst lang ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen. Beim Einkauf kommen Senioren jedoch oft an ihre Grenzen. Nicht nur dass schwere Taschen zum Teil mehrere Stockwerke nach oben getragen werden müssen, auch die Märkte selbst erschweren ihren Kunden oft den Einkauf und nutzen die Kaufkraft der zahlungskräftigen Konsumenten zu wenig. Senioren erwarten zu Recht vom Handel ein generationenfreundlicheres Konzept. Breite Gänge, Sitzgelegenheiten im Geschäft oder mehr hilfsbereites Personal gehören ebenso zu den favorisierten Verbesserungen, wie etwa eine Kundentoilette oder leichtgängige Einkaufswägen. Dass die Preise übersichtlich und auch für die ältere Generation lesbar sein sollten, versteht sich von selbst. Lässt sich der Rollator beispielsweise nicht sicher abstellen oder sind die Kassenzonen kurz und auf schnellen Kundendurchlauf angelegt, geraten ältere Menschen sehr stark unter Druck. Das Einkaufen, welches früher ein Stück Lebensqualität war, wird zum Stressfaktor. Dabei ist es gerade das wöchentliche Shopping, welches Senioren als soziales Erlebnis wahrnehmen. Um seniorenfreundliche Geschäfte und Onlineshops für ältere Menschen besser erkennbar zu machen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) ein leicht erkennbares Gütesiegel "seniorengerecht" herausgebracht.

Einkaufen mit Begleitung oder einen Einkaufsservice nutzen

Der wöchentliche Einkauf ist eine schlichte Notwendigkeit. Und obwohl immer mehr Senioren dank eines Autos mobil sind, wird das Einkaufen immer anstrengender. Spätestens wenn die schweren Einkaufskörbe die Treppe hinauf in den sechsten Stock getragen werden müssen, weil kein Fahrstuhl vorhanden ist, stoßen auch rüstige Senioren an ihre Grenzen. Daher nutzen immer mehr Menschen der Generation 60+ einen Einkaufsservice. Entweder lässt man sich beim Wochenendeinkauf begleiten und nimmt Hilfe in Anspruch, oder der Mitarbeiter des Einkaufsservice kümmert sich mit einer Einkaufsliste und dem nötigen Geld um die notwendigen Besorgungen. Solche Dienste bieten soziale Organisationen an, aber auch Privatpersonen. Auf diese Weise helfen zum Beispiel Männer im Bundesfreiwilligendienst, im sozialen Jahr oder der Pflegedienst die Lebensqualität zu erhalten. Selbst Studenten oder Schüler bieten ihre Hilfe auf schwarzen Brettern, in der Zeitung oder im Internet an.

Immer mehr Senioren gehen online

Die Zahl der älteren Menschen, die im Netz online sind, steigt stetig. Dieser wachsende Anteil älterer Kunden ist eine wichtige Zielgruppe des Handels. Online kann man in Ruhe shoppen, vergleichen und in Geschäften shoppen, die sonst nur schwer erreichbar wären. Anschließend werden die Waren an die Haustür geliefert. Diese Vorteile nutzen selbstverständlich nicht nur junge Menschen. Übersichtliche Seiten mit gut lesbaren Informationen machen es der Generation 60+ leichter. Damit diese sicher im Web surfen kann, besuchen zunehmend mehr ältere Menschen Kurse an Volkshochschulen oder bei Seniorenverbänden. Der Handel reagiert und nimmt die Senioren immer mehr in den Fokus. Schon jetzt bieten nicht nur Drogerien und Warenhäuser ihre Dienste für ältere Menschen online an, auch Supermärkte liefern frische Waren nach Hause. Die Seniorenfreundlichkeit vieler Geschäfte ist zweifelsohne potentiell noch weiter ausbaubar. Doch der Handel befindet sich auf einem guten Weg.
Foto: © pressmaster / Text: C. D.

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