Essen: Einzelhändler verlangt Eintrittsgelder

11.04.2016 – Für Aufsehen in der Essener Innenstadt sorgte kürzlich der Inhaber des Einzelhandelsgeschäfts „Ideenreich“. Da sich trotz eines hohen Aufkommens an Laufkundschaft kaum nennenswerte Einkünfte erzielen ließen, entschied sich Michael Pütz kurzerhand dazu, ein Eintrittsgeld für das Betreten seines Ladens zu erheben. Kunden, die nichts kaufen und „nur schauen“ möchten, müssen zwei Euro zahlen. Was Kunden zunächst für einen Aprilscherz hielten, ist für Pütz ein wichtiger und durchaus ernst gemeinter Schritt.

Der Kampf der Einzelhändler

Mit seinem Eintrittsgeld machte sich Michael Pütz nicht nur in der Essener Innenstadt, sondern auch im Netz nur wenige Freunde. Schließlich fühlen sich die Besucher der Einkaufsstraßen nicht dazu verpflichtet, bei Betreten eines Ladens Eintritt zu zahlen und sehen den drastischen Schritt als Bevormundung und Frechheit. Für Michael Pütz jedoch bedeutet das Erheben eines Eintrittsgeldes nicht nur die Wahrung seiner eigenen Existenz. Vor allem möchte er laut eigener Aussage endlich wieder mehr Wertschätzung genießen, da er in seinem Laden mit viel Mühe an handgefertigten Souvenirs arbeitet.

Weniger „Bummler“, mehr Käufer

Dass aufgrund seiner Entscheidung nun weniger Laufkundschaft in seinen Laden kommt, ist für Michael Pütz kein nennenswertes Problem. Durch den sinkenden Beratungsaufwand kann er sich verstärkt der Arbeit in seinem Atelier widmen und muss nur die Kunden betreuen, die auch wirklich etwas kaufen möchten. Das Eintrittsgeld gelte jedoch nicht für Stammkundschaft und Kunden, die mit einem tatsächlichen Anliegen in den Laden kommen. Der Einzelhandelsverband erachtet das Vorgehen des Inhabers als wagemutig, sieht hierin jedoch auch ein klares Indiz für den hohen Druck, unter dem zahlreiche Einzelhändler heute leiden müssen.

Einkaufen in Essen

Foto: © Hanker